Das Bankett

30Als er mit ihnen zu Tische lag, nahm er das Brot, dankte; brach es und gab es ihnen. 31Da wurden ihre Augen aufgetan, und sie erkannten ihn. Er aber verschwand. 32Und sie sagten zueinander: »Brannte nicht unser °Herz in uns, als er auf dem Weg mit uns sprach, und als er uns die Schriften erklärte?« 33In dieser Stunde °standen sie auf und kehrten nach Jerusalem zurück. Dort fanden sie die Elf und ihre Gefährt:innen versammelt. 34Diese erzählten: »°Der, dem wir gehören, der ist wirklich °auferweckt worden und dem Simon erschienen.« 35Und sie selbst erzählten, was auf dem Weg geschehen war und wie er beim Brotbrechen von ihnen erkannt worden war.    (Lukas 24, 30-35)

Letztens ging ich zu IKEA
Wie gewöhnlich
Gänge voller Möbel, Menschen, Plastikblumen
Kissen, Kerzen, Vasen, Lampen
hüpfenden Kinder die ihren Eltern
den drittletzten Nerv rauben
bevor sie sie wieder zum Lachen bringen
Das pralle Leben halt

Vorne links riecht es nach Köttbullar
während neben mir eine Frau in einem Mantel aus
La Vie est Belle vorbeizieht
Einer versucht mit einer Hand zu telefonieren
und mit der anderen Hand sein Kind
am Sturz aus einem Hochbett zu hindern

Ich weiss wo ich hin will
brauch eigentlich auch nicht viel
und so versuch ich
schnurstracks zum Ziel
und oh! Da gefiel
mir doch das eine oder andere zu viel
so hab ich in der Tasche was halt so rein fiel
und so versuch ich mal das Gastspiel
zu beenden
und laufe wie beim Endspiel
zu meinem Ziel

Doch stop!

Da hält mich was auf
in meinem Lauf
dem wohlgeplanten Ablauf
möglichst ohne Fehlkauf
nach dem Einkauf
dazustehen

Etwas erfasst mein Auge,
hält mich fest
und ich bleibe stehen,
in Gedanken versunken
fast wie schlaftrunken
-nicht volltrunken!
gehen mir Zündfunken
wie Lichtfunken
im Geiste

Und da stehe ich
sehe ihn an, den Tisch
fast neckisch
steht er da magisch
hellbraun-natur aus Vollholz
IVAR, schwedisch
und zugleich biblisch
-ein Tisch
warum eigentlich
ein Tisch?

30Als er mit ihnen zu Tische lag,
nahm er das Brot, und Danke sag;
brach es und gab es ihnen.
31Da wurden ihre Augen aufgetan,
und sie erkannten ihn.

-So ward es kundgetan.

Tischgemeinschaft
Notgemeinschaft
Tatgemeinschaft
Weggemeinschaft
Erbgemeinschaft
Baugemeinschaft
niemals Einzelhaft
eine neue Gesellschaft

Viel riskiert bei Tisch
mehr als nur Brot und Fisch
Eine neue Gesellschaft geschaffen
anders als die,
die nur gaffen
reichte Er Hände
durchbrach Wände
sie sind nicht mehr Fremde
wir sind keine Fremden mehr
Denn er setzte sich zu Wehr
liebte uns zu sehr
gekämpft gegen die Abwehr
bis zur Umkehr
gefolgt von der Einkehr
in sein Hause
an seinen Tisch
von denen,
die mit ihm gingen

An den Tisch der Tradition
kamen nur die Reinen
und sonst keine
doch an diesen Tisch
ruft er die seinen
denn es ist sein Tisch
der sie macht zu Reinen

Die Gemeinschaft mit ihm
die das Herz brennen lässt
und Augen auftut
die vorher mit Trauer beladen
und nun vor Freude springen
Lieder singen
alsbald losgingen
die Botschaft zu bringen
nach all diesem Ringen
mit all diesen Dingen
doch nun fingen
sie an zu begreifen
wie stark,
wie tief
Jesu Liebe ging

Denn bei Tisch
dort wurde Reich Gottes geboren
bei Lobpreis
und Brot brechen
und Wein trinken
ein Reich für Fresser und Säufer,
die hungrig und durstig sind
nach Gerechtigkeit und Liebe

Der Tisch der Gnade,
umsonst, doch nicht fade
durchbricht die Fassade
und geht neue Pfade
gerade
und besonders für alle
die sich in der Markthalle
des Lebens verlaufen haben

Dieser Tisch, eine Vision
neue Gesellschaft
dieser Tisch
eine Vision
von Inklusion
und Relation
von Frieden
und Restauration
von Transformation
und Antizipation
des noch Kommenden

Am Tisch trank Er Wein,
brach das Brot,
bezeugte, dass Er stärker als der Tod
verscheuchte endlich deren Not
indem er auch ihnen
den Kelch des Heils anbot

Brot aus Korn
so wird aus vielen eines –
eine neue Gemeinschaft
geschaffen

Erst klein,
so leicht zu übersehen,
so klein,
eine Senfkorn-Gesellschaft
Tischgemeinschaft
Notgemeinschaft
Tatgemeinschaft
Weggemeinschaft
Erbgemeinschaft
Baugemeinschaft
niemals Einzelhaft
eine neue Gesellschaft

So klein,
doch sie wächst
von Brot zu Brot
von Tisch zu Tisch
von Mensch zu Mensch
durch Worte
und Taten
und geöffnete Augen
und die Tische wachsen mit ihr

Und der Kelch
der im Garten so bitter war
er stellt sich nun
ganz anders dar
voll Nektar dem süssem
Ihnen ist es jetzt klar
der Wein der Freude
wie die 550l von Cana

der Tisch wird Altar
vorher undenkbar
nun ist es greifbar
die Freude ist spürbar
die Liebe so fassbar
der Frieden so kostbar
denn alle geladen
zum grossen Bankett

Alle ohne Unterschied
sind sie alle Ehrenmitglied
Gott singt nun ein Liebeslied
für die Herzen, die brennen
und heilen

Denn ihnen ist nun klar:
das Ende war nur der Anfang,
der Anklang
der Symphonie der Liebe
zu der Er alle ausschickt,
Brot und Wein zu verteilen
als Zeichen seiner Liebe.

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