Es gibt Bibelstellen, die so oft zitiert werden, dass man irgendwann vergisst, sie noch einmal wirklich zu lesen. Judas 1,7 gehört zu diesen Stellen. Häufig wird der Vers in Diskussionen über Homosexualität genannt – als scheinbar eindeutiger Beleg dafür, was die Bibel dazu sagt. Doch wenn man genauer hinsieht, begegnet man einem Text, der viel … Weiterlesen „Anderes Fleisch“ – Judas 1,7, Sodom und die Frage nach dem Unverfügbaren
Autor: Ari Yasmin Lee
Warum wir die Pride noch brauchen
Brauchen wir die Pride heute noch? - Diese Frage wird regelmässig gestellt. Schliesslich hat sich rechtlich vieles verbessert. Nach der Zürich Pride habe ich die Antwort nicht auf der Strasse gefunden, sondern in den Kommentarspalten. Zwischen Beschimpfungen, theologischen Debatten und der Frage, wer eigentlich dazugehören darf, wurde mir erneut bewusst, warum Sichtbarkeit weiterhin notwendig ist … Weiterlesen Warum wir die Pride noch brauchen
Wieder sichtbar – meine Zürich Pride mit Keshet
Zum ersten Mal seit langer Zeit ging ich wieder in Drag an eine Pride. Nach dem 7. Oktober 2023 hatte sich mein Erleben queerer Räume verändert, und die Zürich Pride war für mich deshalb mehr als nur eine Demonstration: Sie war eine Rückkehr zu einem Teil von mir. Gemeinsam mit Keshet, dem jüdischen Regenbogen Schweiz, … Weiterlesen Wieder sichtbar – meine Zürich Pride mit Keshet
Die Asymmetrie der Empörung: Was die Kunstwoche in Basel über den selektiven Blick des Kulturbetriebs verrät
Die Kunstwoche in Basel hat viele Gesichter. Sie zeigt Meisterwerke, eröffnet neue Perspektiven und bringt Menschen aus aller Welt zusammen. Sie kann aber auch irritieren, verstören und unbequeme Fragen aufwerfen. Für mich begann eine solche Frage mit einem Hakenkreuz. Nicht in einem Museum zur Geschichte des Nationalsozialismus, sondern auf einer der bedeutendsten Kunstmessen der Welt. … Weiterlesen Die Asymmetrie der Empörung: Was die Kunstwoche in Basel über den selektiven Blick des Kulturbetriebs verrät
Manchmal reicht ein Blick.
Im Text der heutigen Predigt, Matthäus 9,9-131 begegnet Jesus einem Menschen, den viele längst eingeordnet hatten.Doch Jesus bleibt stehen.Er sieht ihn.Und vielleicht ist das eine gute Nachricht auch für uns:Dass Gott Menschen sieht.Nicht nur die Starken.Nicht nur die Fröhlichen.Nicht nur die, bei denen alles rund läuft.Sondern Menschen mitten im Leben.So wie wir heute Morgen hier … Weiterlesen Manchmal reicht ein Blick.
Warum lest ihr eigentlich meine Post?
Ich habe gerade meine Predigt für morgen fertig geschrieben. Über einen Evangeliumstext aus Matthäus – ja, diesmal hat die Perikopenordnung genau meinen Geschmack getroffen. Denn wenn ich ehrlich bin: Mit den Evangelien kann ich meist mehr anfangen als mit den Briefen des Paulus. Und doch frage ich mich in letzter Zeit immer öfter, ob ich … Weiterlesen Warum lest ihr eigentlich meine Post?
Was sehen Menschen, wenn sie einen Davidstern sehen?
„Tragt den Davidstern ohne Angst“, lautete die Botschaft nach dem antisemitischen Vorfall in Barcelona, bei dem eine jüdische Frau wegen ihres Davidsterns abgewiesen wurde. Die Reaktionen in den Kommentaren waren aufschlussreich. Denn sie erzählen weniger über den Davidstern als über die Menschen, die ihn betrachten. Der Davidstern ist ein Symbol jüdischer Identität. Seit Jahrhunderten findet … Weiterlesen Was sehen Menschen, wenn sie einen Davidstern sehen?
Ein Davidstern genügt
Zwei jüdische Frauen wollen eine Veranstaltung in Barcelona besuchen. Eine trägt einen kleinen Davidstern. Kurz darauf wird sie gefragt, ob sie Zionistin sei, und hinausgeworfen. Der Vorfall wirft eine unbequeme Frage auf: Wenn es angeblich nicht um Juden geht – warum landen die Folgen so oft bei jüdischen Menschen? Zwei jüdische Frauen wollten in Barcelona … Weiterlesen Ein Davidstern genügt
Wenn Pride zur Bedingung wird
Über Roma Pride, doppelte Standards und warum wir trotzdem sichtbar bleiben: Es ist der 27. Mai, kurz nach Mitternacht. Der Pride Month steht vor der Tür. Und wieder sitze ich hier und lese Meldungen über jüdische queere Organisationen, die ausgeschlossen werden. Dieses Mal aus Rom. Keshet Italia, die italienische jüdische LGBTQIA+-Organisation, darf nicht mit eigenem … Weiterlesen Wenn Pride zur Bedingung wird
Wunderbar gemacht — Transsein, Detransition und die Instrumentalisierung von Schmerz
Dieser Text ist aus einer Irritation heraus entstanden — und aus dem Versuch, sie nicht vorschnell aufzulösen. Es geht um die öffentliche Debatte rund um Detransition, um trans Lebensrealitäten und um die Frage, wie persönliche Geschichten politisch gelesen und verwendet werden. Ausgangspunkt ist dabei auch die mediale und öffentliche Präsenz von Chris Brönnimann und die … Weiterlesen Wunderbar gemacht — Transsein, Detransition und die Instrumentalisierung von Schmerz