Was sehen Menschen, wenn sie einen Davidstern sehen?

„Tragt den Davidstern ohne Angst“, lautete die Botschaft nach dem antisemitischen Vorfall in Barcelona, bei dem eine jüdische Frau wegen ihres Davidsterns abgewiesen wurde. Die Reaktionen in den Kommentaren waren aufschlussreich. Denn sie erzählen weniger über den Davidstern als über die Menschen, die ihn betrachten. Der Davidstern ist ein Symbol jüdischer Identität. Seit Jahrhunderten findet … Was sehen Menschen, wenn sie einen Davidstern sehen? weiterlesen

Wenn Pride zur Bedingung wird

Über Roma Pride, doppelte Standards und warum wir trotzdem sichtbar bleiben: Es ist der 27. Mai, kurz nach Mitternacht. Der Pride Month steht vor der Tür. Und wieder sitze ich hier und lese Meldungen über jüdische queere Organisationen, die ausgeschlossen werden. Dieses Mal aus Rom. Keshet Italia, die italienische jüdische LGBTQIA+-Organisation, darf nicht mit eigenem … Wenn Pride zur Bedingung wird weiterlesen

Zwischen Haltung und Realität: Antisemitismus, Öffentlichkeit und das Gefühl der Unsicherheit

„Antisemitismus ohne mich“: Mit einer neuen Kampagne will Bayern ein Zeichen gegen Judenhass setzen. Doch zeitgleich meldet RIAS Bayern mehr als 1500 antisemitische Vorfälle im vergangenen Jahr. Während jüdische Gemeinden von Angst und Rückzug berichten, zeigen viele Online-Kommentare eine erschreckende Normalisierung von Feindbildern, Täter-Opfer-Umkehr und religiös codiertem Hass. „Antisemitismus ohne mich“ – unter diesem Motto … Zwischen Haltung und Realität: Antisemitismus, Öffentlichkeit und das Gefühl der Unsicherheit weiterlesen

Wenn Geschichte wieder sagbar wird

Eine Kathedrale, eine Plakette – und Kommentarspalten, in denen alte antijüdische Deutungsmuster erneut sichtbar werden Eine Kathedrale in Brüssel bringt ihre eigene Geschichte ins Gespräch: Eine neue Plakette erklärt mittelalterliche Darstellungen von angeblichen Hostienwundern – und benennt ihren antisemitischen Hintergrund.Doch während Geschichte aufgearbeitet wird, zeigen die Reaktionen darunter etwas anderes: alte Deutungsmuster, die keineswegs verschwunden … Wenn Geschichte wieder sagbar wird weiterlesen

Zwischen Text und Geschichte: Evangelien, Antijudaismus und das Potential für Gewalt

Vor Kurzem veröffentlichte Watson einen Artikel, der die Frage aufwarf, ob eine gefälschte Ostergeschichte zum Drama der Judenverfolgung geführt habe. Die Diskussion wurde auch von Stephan Jütte und Christian Walti kommentiert – beide greifen wichtige Punkte auf: Die Bibel verfolgt keine Menschen von sich aus, und Texte hassen nicht, nur ihre Leser:innen. Doch diese Perspektiven … Zwischen Text und Geschichte: Evangelien, Antijudaismus und das Potential für Gewalt weiterlesen

Israelisches Gesetz zur Todesstrafe für Terroristen: Fakten, Kontext und ethische Reflexion

Am 30. März 2026 hat die Knesset ein Gesetz zur Todesstrafe für verurteilte Terroristen verabschiedet – ein Schritt, der international Schlagzeilen machte und kontrovers diskutiert wird. Häufig werden dabei vereinfachte Narrative verbreitet: „Israel führt die Todesstrafe ein – nur für Palästinenser“. Doch die Realität ist differenzierter. Das Gesetz gilt ausschließlich für Menschen, die im Westjordanland … Israelisches Gesetz zur Todesstrafe für Terroristen: Fakten, Kontext und ethische Reflexion weiterlesen

Selektive Empathie ist keine Gerechtigkeit: eine Reaktion zur Gemeinsamen ökumenischen Erklärung zum eskalierenden Konflikt im Nahen und Mittleren Osten

Dieser Text ist nicht leicht zu schreiben. Nicht, weil es an Argumenten fehlt –sondern weil es um mehr geht als um Argumente. Es geht um Verantwortung.Um Sprache.Und um die Frage, wie Kirchen über Gewalt, Leid und Gerechtigkeit sprechen – gerade dort, wo es Israel betrifft. Ich habe zuerst gezögert, diese Reaktion zu formulieren.Nicht aus Unsicherheit, … Selektive Empathie ist keine Gerechtigkeit: eine Reaktion zur Gemeinsamen ökumenischen Erklärung zum eskalierenden Konflikt im Nahen und Mittleren Osten weiterlesen

Wenn „Israelkritik“ zur Vernichtungsfantasie wird

Ein Satz. Eine Tatsache: Das iranische Regime verfolgt die Vernichtung Israels als erklärtes Ziel. Was darauf folgte, war keine Debatte.Es war ein Abgrund. Unter dem Post eines jüdischen Menschen sammelten sich Kommentare, die nicht kritisieren, sondern entmenschlichen, relativieren und Vernichtung denkbar machen. Ich schreibe diesen Text nicht, weil ich „beide Seiten“ abwägen will.Ich schreibe ihn, … Wenn „Israelkritik“ zur Vernichtungsfantasie wird weiterlesen