(für alle, die sehnsüchtig hoffen)
Wenn der Friede kommt,
wird er nicht laut sein,
kein Marschtritt, kein Befehl,
keine Siegerpose.
Er wird leise treten,
auf nackten Sohlen,
wie Tau am Morgen,
wie ein Kind, das schlafen lernt.
Wenn der Friede kommt,
wird er weinen mit den Weinenden,
wird den Staub aus den Wimpern streichen,
wird in Ruinen singen –
von Hoffnung, die Wurzeln schlägt.
Er wird sich setzen
zu den Traumatisierten,
wird Wunden wärmen,
und nicht fragen: Wer hat angefangen?
sondern: Wie heilen wir?
Wenn der Friede kommt,
dann nicht als Schweigen der Waffen,
sondern als Stimme der Gerechtigkeit,
als Brot in leeren Händen,
als offenes Tor,
wo vorher Mauern waren.
Er wird wachsen wie eine Blume
durch den Asphalt,
mitten auf dem Schlachtfeld,
wird Kinder an der Hand nehmen
und sagen:
Jetzt. Jetzt dürft ihr leben.
Wenn der Friede kommt,
wird er stärker sein
als alle Gewalt,
nicht trotz der Tränen –
sondern durch sie hindurch.
Möge er bald kommen.
Zart.
Und unaufhaltsam.
Wie Licht.
Wie Leben.
Wie Liebe.