Black History Month –
kein leiser Gedenkraum.
Er ist Gegenwart.
Er ist Kraft.
Er ist Stolz.
Er ist die Grafik der Cherokee Nation
für Black Cherokees
für Cherokee Freedmen Descendants –
und das Wissen:
Das sind meine Vorfahren.
Nicht Randnotiz.
Nicht Fußnote.
Geschichte mit Namen, Körpern, Stimmen.
Aufgewachsen mit dem N-Wort.
Mit „Mischling“.
Mit Blicken, die messen,
und Fragen, die nicht neugierig sind
sondern kontrollieren:
„Wo kommen Sie denn wirklich her?“
Ich kenne den Unterschied zwischen denen,
die auf dem Weihnachtsmarkt
alles anfassen dürfen,
und mir, der gesagt wird:
„Du nix anfassen.“
Ich kenne den Schulhof.
„Komm, wir spielen Sklaven.“
Ein Spiel für die einen.
Ein Erbe für die anderen.
Und ich kenne
die Sprache der Gewalt bis heute:
Zeitungsartikel,
die von „Promenadenmischung“ sprechen,
von „afrikanischem Blut in den Adern“
und vom „Blut von Indianern“.
Diese Blut-und-Boden-Sprache ist alt.
Und sie ist nie unschuldig.
Aber
Black History Month
ist nicht nur das, was uns angetan wurde:
Er ist, was wir überlebt haben.
Er ist die Karibik.
Zuckerrohrplantagen
auf denen Schwarze Körper schwitzten,
wo sich afrikanische, Taíno- und sephardische Geschichten
unter Zwang kreuzten.
Die Klinge, die das Zuckerrohr schnitt,
konnte auch Ketten durchtrennen.
Und die Köpfe jener Machtordnungen,
die glaubten, ewig zu sein.
Unsere Geschichte –
nicht nur Arbeit und Schmerz.
Widerstand.
Findigkeit.
Weitergabe.
Work Songs.
Spirituals.
Gospels.
Musik als Überlebenswissen.
Wade in the water
wade in the water children
wade in the water –
God’s gonna trouble the water.
Dieses Lied sitzt mir in der Kehle.
Nicht als Nostalgie,
sondern als Code.
Als Wegweisung.
Heute noch.
Black History Month ist auch
Popkultur, Bühne, Gegenwart:
Bad Bunnys Half-Time Show.
Ein Körper aus der Karibik im Zentrum.
Spanisch. Rhythmus. Geschichte.
Und der Satz, der bleibt:
The only thing more powerful than hate is love.
Liebe nicht als Sentimentalität,
sondern als widerständige Kraft.
Als Entscheidung zu bleiben.
Zu leben.
Zu sprechen.
Und dann ist da Hagar am Brunnen.
Die versklavte, verstoßene Frau.
Sie erklärt nichts.
Sie bittet nicht um Erlaubnis.
Sie benennt Gott:
„Du bist ein Gott, der mich sieht.“
Nicht gereinigt.
Nicht angepasst.
Sondern mich.
So wie ich bin.
somos aquí.
Wir sind hier.
Nicht trotz unserer Geschichte.
Wegen ihr.
Wir sind hier –
mit Narben und Stimmen,
mit Liedern in der Kehle,
mit Liebe als Kraft,
mit Stolz, der sich nicht entschuldigt.
Yet here we are –
to stay.