Es ist November in Europa.Das, was einst Warnung war, ist Wirklichkeit geworden.Erinnerung ohne Empathie ist leer – und „Nie wieder“ bedeutet nichts, wenn wir nicht jetzt handeln. November in Europa „Es hieß doch: Nie wieder Ohnmacht.Es wird Oktober in Europa.Stolpersteine werden dieses Jahr nicht mehr geputzt.Und der Kanzler hört sich so bestürzt an,danach trinkt er … November in Europa weiterlesen
Autor: Ari Yasmin Lee
Woran erkennen wir das Reich Gottes? Predigt zum 9. November
Es gibt Tage im Jahr,an denen Geschichte ganz dicht wird.Tage, an denen man spürt:Da ist etwas geschehen, das sich in die Welt eingeschrieben hat.Der 9. November ist so ein Tag. Ein Datum, das in sich schon Spannung trägt.Da ist der 9. November 1938 –die Nacht, in der in Deutschland Synagogen brannten, jüdische Geschäfte zerstört wurden, … Woran erkennen wir das Reich Gottes? Predigt zum 9. November weiterlesen
Liebe auf anderer Frequenz – Romantik, Sexualität und Autismus
Liebe, Nähe, Sexualität – viele Geschichten über sie folgen einem bekannten Rhythmus: Feuerwerk, Schmetterlinge im Bauch, überschwängliche Leidenschaft. Doch was, wenn Liebe auch leise, beständig und tief sein kann? Als Autistin erlebe ich Liebe, Romantik und Sexualität auf eine andere Weise. Nicht weniger intensiv, aber anders strukturiert. Es ist eine Form von Nähe, die Vertrauen, … Liebe auf anderer Frequenz – Romantik, Sexualität und Autismus weiterlesen
Zwischen Trauma und Entmenschlichung: Reaktionen auf die Gewalt gegen Rom Braslavski
Rom Braslavski überlebte zwei Jahre Geiselhaft in Gaza, erlitt Folter, Erniedrigung und sexualisierte Gewalt – als männlicher Überlebender spricht er erstmals öffentlich darüber. Doch während sein Zeugnis Mut und Resilienz zeigt, offenbaren die Reaktionen in den sozialen Medien erschütternde Muster von Leugnung, Spott und Entmenschlichung. Dieser Artikel beleuchtet nicht nur seine Erfahrungen, sondern auch die … Zwischen Trauma und Entmenschlichung: Reaktionen auf die Gewalt gegen Rom Braslavski weiterlesen
Cree-Trommeln in Jerusalem: Wie indigene Solidarität mit Jüdinnen und Juden zur Projektionsfläche wird
In Jerusalem tanzen Cree – indigene Menschen aus Nordamerika – vor dem Jaffator. Sie trommeln, singen, beten: ein Ausdruck von Solidarität mit dem jüdischen Volk. Was als Geste des Respekts und der Verbundenheit gedacht ist, ruft im Netz wütende Kommentare hervor – voller Projektionen, Schuldumkehr und kolonialer Reflexe.Wie kann es sein, dass zwei Völker mit … Cree-Trommeln in Jerusalem: Wie indigene Solidarität mit Jüdinnen und Juden zur Projektionsfläche wird weiterlesen
Ecclesia semper reformanda – Von der Kirche, die sich immer wieder erneuern lässt
Reformation ist kein Festtag, den man abhakt.Sie ist ein Aufatmen. Ein Innehalten. Ein Windstoß des Geistes, der Türen öffnet, die wir längst verriegelt glaubten.Sie fragt: Wo ist Kirche versteinert? Wo bin ich es selbst?Und sie flüstert: Ecclesia semper reformanda – Kirche, wach auf. Werde neu. Was wäre, wenn Reformation kein Ereignis von 1517 wäre – … Ecclesia semper reformanda – Von der Kirche, die sich immer wieder erneuern lässt weiterlesen
Woher kommst du wirklich?
Über eine Frage, die freundlich klingt – und doch weh tun kann Manchmal ist eine einzige Frage genug, um eine unsichtbare Grenze zu ziehen.„Woher kommst du?“ – oft freundlich gemeint, oft nur aus Neugier gestellt. Und doch kann sie treffen, wenn sie das Einzige ist, was man fragt.Dieser Text ist kein Vorwurf, sondern ein Teilen. … Woher kommst du wirklich? weiterlesen
woher kommen sie wirklich
immer dieselbe frage.wie ein schlüssel, der nicht passt,aber trotzdem ins schloss gedrückt wird.immer wieder.bis etwas nachgibt. woher kommen sie.– aus bern.nein, woher wirklich.– aus deutschland.nein, woher wirklich wirklich. meine haut ist kein rätsel,mein gesicht kein quiz,meine geschichte kein menü zum auswählen. ich sage:jüdisch.cherokee.taino.black. und sehe, wie sich ihre gesichter entspannen.ahhh.zufriedenheit.als hätten sie endlichdas richtige feld … woher kommen sie wirklich weiterlesen
Zwischen Himmel und Erde
Mein Tagzeitenbuch und die Kunst des Wartens Seit einigen Tagen steht meine Teetasse wieder allein auf dem Schreibtisch.Kein Stapel aus Notizzetteln daneben, kein offenes Dokument mit rot markierten Korrekturen.Nur Stille. Mein Tagzeitenbuch ist beim Verlag. Nach Monaten des Schreibens, Nachdenkens, Suchens fühlt sich das merkwürdig leer an –so, als hätte ich ein Stück meines Alltags … Zwischen Himmel und Erde weiterlesen
Ein Aufkleber zu viel
Heute bin ich in der Stadt an etwas vorbeigegangen, das mich tief getroffen hat.Ein Sticker, über ein Geiselplakat geklebt – und plötzlich wurde sichtbar, wie schnell Menschlichkeit verloren gehen kann, wenn Ideologien den Blick verstellen.Ich bin müde von zwei Jahren Entmenschlichung.Das, was einmal Antifaschismus heißen sollte, hat sich in sein Gegenteil verkehrt. Ich war heute … Ein Aufkleber zu viel weiterlesen