Als jüdischer Mensch lese ich heute die Worte einer jesidischen Freundin –und halte mit ihr inne. Unser Schmerz ist nicht derselbe.Aber wir erkennen einander darin. Dieses Gedicht ist meine Antwort.Meine Umarmung in Worten.Für Shingal.Für jede, die noch vermisst wird.Für jede, die überlebt hat.Für jede, die wir nie vergessen dürfen. Wir erinnern. Ich erinnere. Ich bin … Wir erinnern. Für Shingal. weiterlesen
Zwischen Schwarz und Regenbogen – Bern Pride 2025
Heute war ich sichtbar. Ich habe mich geschminkt.Nicht, um irgendwem zu gefallen.Sondern weil es mir Freude macht. Weil es mir gut tut.Ich trage nicht jeden Tag Lippenstift.Aber heute habe ich mich getraut, in Farbe zu sprechen. Schwarz das Oberteil, schwarz das Korsett, schwarz der Rock –und darunter: Regenbogen.Ein leuchtender Unterrock, der an der Seite hervorblitzte.So … Zwischen Schwarz und Regenbogen – Bern Pride 2025 weiterlesen
Bashert – über das Finden
Man sagt,eine Seele wandert durch die Zeitmit einem Hauch von Erinnerungan jemanden,der noch nicht da istund doch fehlt. Man sagt,es gäbe einen Ruf,leise wie Wind in den Blättern,der dich dorthin führt,wo dein Herz zögert –aber bleibt. Vielleicht ist Bashertnicht der perfekte Mensch.Sondern der,bei dem dein Unruhigseinein Zuhause findet. Der nicht alles heilt,aber etwas in diratmen … Bashert – über das Finden weiterlesen
Eine kalte Dusche und ein leiser Segen
Was mir am Montagmittag auf dem Weg zum Stadtgebet begegnete Ein Stadtgebet zur Mittagszeit. Worte, Bitten, Stille. Doch was geschieht, wenn das Heilige von draußen plötzlich ins Innere dringt? Wenn verletzende Worte und göttliche Namen sich kreuzen, wenn die Liturgin mit Hass konfrontiert wird – und dennoch betet? Vielleicht ist das das eigentlich Heilige an … Eine kalte Dusche und ein leiser Segen weiterlesen
Zwölf Uhr fünfzehn
Die Glocken läutenund ich trete über die Schwellemit Stimmen im Herzen,die nicht meine sind. Papiergebetean einer Wand voller Hoffnung,ein Flüstern aus Tinte:„Hilf mir, trocken zu bleiben“„Ich vermisse meinen Sohn“„Gib Frieden. Irgendwo.“ Ich falte die Händefür Namen, die ich nicht kenne,für Körper,die Wunden tragen,für Leben,die brennen oder bröckeln. Dann, draußen –ein Satz wie ein Schlag.Er trifft … Zwölf Uhr fünfzehn weiterlesen
Ich bin. Und ich fühle.
I. Restposten Ich stehe da,im Schatten der Auswahl.Zweite Wahl –wenn überhaupt.Die Guten sind längstweitergezogen,in Hände,die jünger, glatter,leiser fordernd sind.Ich bin geblieben. Mit Narben,die niemand je gesucht hat.Mit Haut,die Geschichten erzählt,die keiner hören will.Mit einem Körper,der nie zur Schablone wurde.Mit fünfzig Jahrenund keinem Versprechen mehr. Ich spüre Blicke,aber sie schneiden,sie kleben wie Spottauf meiner Haut.Ich höre … Ich bin. Und ich fühle. weiterlesen
Höllisch gute Theologie: Was wir von „Lucifer“ Staffel 4, Folge 8 lernen können
Jetzt hatte ich das mitten in der Hitzewelle geschrieben – und vor lauter schwitzen ganz vergessen, zu veröffentlichen… Einleitung: Theologie, Schweiß und der Teufel im Detail Manchmal frage ich mich, wie die großen Theologen früher den Sommer überlebt haben. Luther schwitzend in Wittenberg, Augustinus halb dehydriert in Nordafrika, Bonhoeffer ohne Klimaanlage in Berlin. Und dann … Höllisch gute Theologie: Was wir von „Lucifer“ Staffel 4, Folge 8 lernen können weiterlesen
Mit Freude und Fragen – die Schrift als Tanz und Gespräch
Die Bibel ist für mich mehr als ein Buch – sie ist ein lebendiger Tanz, ein fortwährender Dialog voller Fragen und Antworten. Dieses persönliche Zeugnis erzählt von der Suche nach einer Sprache, die das Wort Gottes spürbar macht, die uns berührt, herausfordert und zugleich mit Freude erfüllt. Es geht um das gemeinsame Suchen, Hören und … Mit Freude und Fragen – die Schrift als Tanz und Gespräch weiterlesen
Gleicher Strand, gleicher Himmel: Lasst doch bitte die Mandelbäume wieder blühen
Was folgt, ist kein analytischer Text. Es ist ein Erzählen aus dem Innersten. Ein Erinnern an Dinge, die sich eingebrannt haben – in Körper, Gedanken, Herz. Es ist ein Gehen durch Zeiten, Orte, Begegnungen, Ängste und Hoffnungen. Was folgt, ist persönlich. Und doch vielleicht nicht nur meins.Und irgendwann, mittendrin, beginnt das Erzählen, sich in ein … Gleicher Strand, gleicher Himmel: Lasst doch bitte die Mandelbäume wieder blühen weiterlesen
Lieber Ivo Scherrer, ich hätte es auch geschrieben, wenn ich es so gemeint hätte.
Ein Blogbeitrag in eigener Sache – und über Missverständnisse, Vielfalt und rote Linien Wenn man öffentlich schreibt, muss man mit Widerspruch rechnen. Das gehört dazu – solange man sich auf das bezieht, was ich tatsächlich gesagt habe. Wer mit mir nicht einverstanden ist, darf das gerne sagen, widersprechen, korrigieren, erweitern. Nur: Man sollte mir nichts … Lieber Ivo Scherrer, ich hätte es auch geschrieben, wenn ich es so gemeint hätte. weiterlesen