Wenn Kritik abwertend wird: Über Sprache, Glauben und Ableismus

Sprache prägt Denken, Wahrnehmung und Glauben – oft mehr, als wir wahrnehmen. In einem aktuellen Video von Johannes Hartl fällt die Formulierung vom „amputierten Glauben“, um liberale Theologie zu kritisieren. Auf den ersten Blick mag es nur ein Bild sein. Doch beim genaueren Hinsehen wird deutlich, wie Worte unbeabsichtigt verletzen und gesellschaftlich tief verankerte Muster … Wenn Kritik abwertend wird: Über Sprache, Glauben und Ableismus weiterlesen

Was heißt eigentlich „bibeltreu“?

Oder: Von der Treue zu einem Buch und der Treue zu Gott Eine Bibel mit Regenbogencover.Eine Rezension nennt sie „Satansbibel“.Andere sprechen von „nicht bibeltreu“. Das alles wegen eines Symbols, das älter ist als jede aktuelle Debatte.Wegen eines Zeichens des Bundes.Wegen der Frage, wem oder was unsere Treue gilt. Dieser Text ist kein Angriff auf Frömmigkeit.Er … Was heißt eigentlich „bibeltreu“? weiterlesen

Zwischen Einheit und Ausschluss: Eine theologische Lektüre

In den vergangenen Tagen wurde ein Statement der Patriarchen und Kirchenoberhäupter in Jerusalem veröffentlicht, das Fragen nach Einheit, Repräsentation und theologischer Autorität im Heiligen Land aufwirft. Doch Sprache beschreibt nicht nur, sie formt auch die Wirklichkeit. Dieser Text liest das Statement theologisch, historisch und pastoral. Er fragt nach den impliziten Abgrenzungen, nach dem Umgang mit … Zwischen Einheit und Ausschluss: Eine theologische Lektüre weiterlesen

Crans-Montana | Prophetische Warnung oder problematische Instrumentalisierung von Leid?

In der Silvesternacht 2025/26 erschütterte ein verheerendes Feuer Crans-Montana. Während die Gemeinde trauert, kursiert auf YouTube ein Video, das das Unglück als prophetische Warnung deutet. In diesem Beitrag werfe ich einen kritischen Blick auf die theologische, pastorale und spirituelle Dimension solcher Deutungen: Wie werden Leid und Katastrophe instrumentalisert? Welche Risiken entstehen für Angehörige und Überlebende? … Crans-Montana | Prophetische Warnung oder problematische Instrumentalisierung von Leid? weiterlesen

Die hippen Missionare – Macht, Moral und moderne Frömmigkeit

Nicht jeder konservative Glaube ist problematisch. Doch in manchen Bewegungen mischen sich Religion, Macht und Kontrolle auf eine Weise, die Angst, Scham und Einschränkung erzeugt. Diese Übersicht zeigt zentrale Muster, Warnsignale und Mechanismen – von subtilen Dynamiken bis zu offener Kontrolle – um aufzuzeigen, wann Glaube eher einengt als befreit. Die ARD-Dokumentation „Die hippen Missionare. … Die hippen Missionare – Macht, Moral und moderne Frömmigkeit weiterlesen

Erneuerung ohne Bruch: „Siehe, ich mache alles neu“ – die Jahreslosung gelesen mit offenen Augen

„Siehe, ich mache alles neu.“Die Jahreslosung 2026 klingt wie ein Satz voller Hoffnung. Doch was heißt das – neu? Und wer spricht hier eigentlich? Dieser Satz ist alles andere als harmlos. Er berührt Fragen von Erinnerung und Verheißung, von Treue und Geschichte, von Hoffnung ohne Verdrängung. Als Jüdin und reformierte Pfarrerin lese ich die Jahreslosung … Erneuerung ohne Bruch: „Siehe, ich mache alles neu“ – die Jahreslosung gelesen mit offenen Augen weiterlesen

Wenn Solidarität blind wird: Christliche Führungspersönlichkeiten, der 7. Oktober und das Versagen theologischer Verantwortung

Ich schreibe diesen Text mit großer Sorge. Nicht, weil mir die politische Lage im Heiligen Land unbekannt wäre, sondern weil ich in den letzten Monaten beobachten musste, wie christliche Führungspersönlichkeiten Grenzen überschreiten, die für mich theologisch nicht verhandelbar sind. Die Aussagen der palästinensisch-christlichen Pfarrerin Sally Azar, des lutherischen Pfarrers Munther Isaac aus Bethlehem und des Präsidenten der Lutherischen … Wenn Solidarität blind wird: Christliche Führungspersönlichkeiten, der 7. Oktober und das Versagen theologischer Verantwortung weiterlesen

Was wäre, wenn Jesus heute geboren würde? Über falsche Aktualisierungen, alte Motive und die Verantwortung der Krippe

In diesen Tagen taucht sie wieder auf: die Frage, was wohl geschehen würde, wenn Jesus heute geboren würde. Doch manche Antworten erzählen mehr über unsere Projektionen als über Geschichte, Theologie oder Verantwortung.Dieser Artikel widerspricht nicht aus Abwehr, sondern aus Sorge: Sorge um die Wahrhaftigkeit der Weihnachtsgeschichte – und um die Folgen von Erzählungen, in denen … Was wäre, wenn Jesus heute geboren würde? Über falsche Aktualisierungen, alte Motive und die Verantwortung der Krippe weiterlesen

Jesus war kein palästinensischer Flüchtling: Über Anachronismen, Symbolpolitik und die gefährliche Entjudung Jesu

In den Tagen vor Weihnachten tauchen immer wieder Versuche auf, die Weihnachtsgeschichte unmittelbar mit gegenwärtigen politischen Konflikten zu verbinden. Das mag aus Mitgefühl heraus geschehen – und ist es nicht ohne Folgen.Ein aktueller Post, der Jesus als „palästinensischen Flüchtling“ bezeichnet, hat mich deshalb innehalten lassen. Nicht, weil Solidarität mit Palästinenser:innen falsch wäre, sondern weil diese … Jesus war kein palästinensischer Flüchtling: Über Anachronismen, Symbolpolitik und die gefährliche Entjudung Jesu weiterlesen

Jesus und die Kommentarspalten: Warum die Wahrheit manchmal unspektakulär ist

Mit Weihnachten nähern wir uns wieder der Zeit, in der Jesus in sozialen Medien neue Identitäten bekommt: palästinensisch, muslimisch, politisch instrumentalisiert. Gleichzeitig tauchen Krippen auf, die ihn inmitten von Konflikten oder als Symbol für aktuelle Debatten zeigen. Aber wie sah Jesus wirklich aus – historisch, kulturell, religiös? In diesem Artikel gehe ich den Kommentarspalten nach, … Jesus und die Kommentarspalten: Warum die Wahrheit manchmal unspektakulär ist weiterlesen