Ein Blogbeitrag in eigener Sache – und über Missverständnisse, Vielfalt und rote Linien Wenn man öffentlich schreibt, muss man mit Widerspruch rechnen. Das gehört dazu – solange man sich auf das bezieht, was ich tatsächlich gesagt habe. Wer mit mir nicht einverstanden ist, darf das gerne sagen, widersprechen, korrigieren, erweitern. Nur: Man sollte mir nichts … Lieber Ivo Scherrer, ich hätte es auch geschrieben, wenn ich es so gemeint hätte. weiterlesen
Antisemitismus
Einseitigkeit ist kein Frieden – Zur aktuellen Erklärung des ÖRK zu Israel
„Nicht du trägst die Wurzel, sondern die Wurzel trägt dich.“ (Röm 11,18) Ich bin nicht Israelin im Sinne eines Passes – aber ich bin Teil von Am Yisrael. Ani bat Yisrael. Ich bin Jüdin mütterlicherseits, und nun in der reformierten Kirche: mit dieser Kirche verbunden und zugleich immer wieder irritiert. Ich bin Jüdin in einer … Einseitigkeit ist kein Frieden – Zur aktuellen Erklärung des ÖRK zu Israel weiterlesen
Hier nicht. So nicht. Mit uns nicht.
Seit 650 Tagen erleben Jüdinnen und Juden in Bern eine zunehmende Atmosphäre der Einschüchterung – sichtbar auf den Strassen, spürbar im Alltag. Nun erhielt Rabbiner Josh Ahrens einen Drohbrief. Das ist keine Meinung mehr. Das ist Gewalt mit Worten. Und es ist Zeit, dass wir als Stadt, als Gesellschaft, als Mitmenschen eine klare Grenze ziehen: … Hier nicht. So nicht. Mit uns nicht. weiterlesen
Wie jüdische Selbstvertretung delegitimiert wird, Teil 2
Ein Lehrstück über strukturellen Antisemitismus im öffentlichen Diskurs In der „Tribune de Genève“ erschien kürzlich unter der Rubrik „Lettre du jour“ ein Beitrag von Dominique Ziegler, der sich gegen die Subventionierung der CICAD (Coordination intercommunautaire contre l’antisémitisme et la diffamation) richtet. Was auf den ersten Blick wie ein politisches Meinungsstück über öffentliche Gelder erscheint, entpuppt … Wie jüdische Selbstvertretung delegitimiert wird, Teil 2 weiterlesen
Brisket im Ofen – oder: Die stillen Codes des Hasses
(oder: Wenn 16’000 Menschen über antisemitische Bildsprache lachen) Ich wollte mich eigentlich mit Theologie beschäftigen.Ich wollte Texte lesen. Denken. Schreiben über Gott, über Hoffnung, über Gerechtigkeit, über jüdische Wurzeln und Liebe. Und dann das.Ein Bild in einer harmlosen Facebook-Gruppe für Fleischrezepte.Ein aufgeschnittener Brisket, angerichtet auf einem Holzbrett, mit der Bildunterschrift:„Putting this brisket back in the … Brisket im Ofen – oder: Die stillen Codes des Hasses weiterlesen
Wie jüdische Selbstvertretung delegitimiert wird
Eine Analyse des Leserbriefs von Dominique Ziegler in der Tribune de Genève In der Tribune de Genève erschien am 16. Juli 2025 ein Leserbrief des Autors und Regisseurs Dominique Ziegler unter dem Titel „Cessons de subventionner la CICAD“. Was dieser Text vordergründig als demokratische Kritik an einer NGO inszeniert, ist bei näherer Betrachtung ein Lehrstück … Wie jüdische Selbstvertretung delegitimiert wird weiterlesen
„Never Again“ gehört nicht allen – und schon gar nicht gegen uns.
Ich schreibe diesen Text nicht aus Wut, sondern aus dem Bedürfnis nach Klarheit. Denn ich sehe, wie Worte, die aus dem tiefsten Schmerz geboren wurden, heute in einen anderen Zusammenhang gestellt werden – entleert, verschoben, umgedeutet. Worte, die nicht für sich beanspruchen, alles Leid der Welt zu beschreiben, sondern ein ganz konkretes. Und ich frage … „Never Again“ gehört nicht allen – und schon gar nicht gegen uns. weiterlesen
Wenn jüdische Kultur sich rechtfertigen muss / Quand la culture juive doit se justifier
Ein Kino sagt ab. Ein Festival sucht neue Räume. Und was wie eine kleine kulturpolitische Auseinandersetzung aussieht, entpuppt sich als Spiegel eines tieferliegenden Problems: Die schleichende Normalisierung von Antisemitismus in der kulturellen Linken – nicht brüllend, sondern konditional. Nicht aggressiv, sondern moralisch aufgeladen. Eine Analyse. Un cinéma dit non. Un festival cherche de nouveaux lieux. … Wenn jüdische Kultur sich rechtfertigen muss / Quand la culture juive doit se justifier weiterlesen
„Kein Platz“ – wie sich Ausgrenzung anfühlt, wenn sie still ist
Es war ein warmer Sommerabend.Eine Freundin und ich wollten essen gehen, draußen auf einer Terrasse. Wir trugen Sommerkleider, leichte Ketten um den Hals – an jeder hing ein Davidstern. Meiner mit dem „Schema Israel“ in hebräischen Buchstaben, ihrer mit einem weiteren kleinen hebräischen Anhänger. Wir wollten uns setzen. Die Terrasse war fast leer. Es gab … „Kein Platz“ – wie sich Ausgrenzung anfühlt, wenn sie still ist weiterlesen
Macklemore, antisemitische Narrative und das Versagen der Festivals
Auf dem Gurtenfestival 2025 tritt Macklemore auf – ein Künstler, der in seinen Songs antisemitische Stereotype bedient, den Holocaust relativiert und Terror verherrlicht. Während weltweit antisemitische Vorfälle bei Festivals zunehmen, feiern Veranstalter dies als „Kunstfreiheit“. Was steckt wirklich hinter Macklemores Texten – und warum betrifft das nicht nur die jüdische Community? Vorwort: Wenn Festivals zu … Macklemore, antisemitische Narrative und das Versagen der Festivals weiterlesen