Gebet am Yom Kippur

Ewiger, du kennst mein Herz.
Du weißt, dass ich heute nicht mit meinem Körper fasten kann.
Doch ich lege dir ein anderes Fasten hin:

Ein Fasten von verletzenden Worten, von Streit und Ärger.
Ein Fasten von unnötigem Grübeln, von harter Selbstanklage.
Ein Fasten, das loslässt, was mich bindet.

Stattdessen will ich Herz, Worte und Hände öffnen:
für dein Erbarmen,
für Versöhnung,
für die, die hungern nach Brot und nach Nähe.

Du hast durch deine Propheten gesprochen:
„Das ist das Fasten, das mir gefällt –
die Fesseln der Ungerechtigkeit zu lösen,
den Hungrigen Brot zu geben,
die Heimatlosen ins Haus zu führen.“

So bringe ich dir heute kein leeres Magenknurren,
sondern ein offenes Herz,
zerbrochen und doch getragen von dir.
Nimm dieses Opfer an, Ewiger,
und schreibe mich ins Buch des Lebens.

Amen.

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