Wenn das Ganze das Besondere nicht verdrängt: Über Erwählung, Heiligkeit und Respekt

Neulich auf Facebook.Ein Christ postet diesen Satz: « Il n'y a pas de terre sainte ni de peuple élu. La terre entière est sacrée et chaque personne possède une valeur unique et distincte. » Auf Deutsch: „Es gibt kein heiliges Land und kein erwähltes Volk. Die ganze Erde ist heilig, und jeder Mensch besitzt einen … Wenn das Ganze das Besondere nicht verdrängt: Über Erwählung, Heiligkeit und Respekt weiterlesen

Achtung, da ist ein Riss im Boden

Ein persönlicher Text über das Wahlfähigkeitszeugnis, christliches Liedgut und jüdisches Erinnern. Manchmal sind es nicht große theologische Debatten, nicht grelle Schlagzeilen, nicht bewusst gesetzte Konflikte, die wehtun – sondern ein Lied. Ein schöner Klang, eine beschwingte Melodie, ein Refrain, der ins Ohr geht. Manchmal ist es genau so ein Lied, das etwas in uns berührt, … Achtung, da ist ein Riss im Boden weiterlesen

Zwischen Wurzeln und Wegen: Jüdisch sein in der reformierten Kirche

Wie ich als jüdische Frau meinen Weg in der reformierten Kirche finde – ehrlich, suchend, und mit beiden Füßen auf heiligem Boden. Dieser Text ist sehr persönlich.Er ist keine fertige Antwort, sondern ein Innehalten mitten im Weg.Ich schreibe ihn als Jüdin – und als jemand, die in der reformierten Kirche lebt und arbeitet.Ich schreibe ihn, … Zwischen Wurzeln und Wegen: Jüdisch sein in der reformierten Kirche weiterlesen

Offener Brief an die Veranstaltenden und Unterstützenden der Demonstration vom 21. Juni 2025 in Bern

VorwortIch habe hin- und herüberlegt, ob ich diesen Brief schreiben soll. Aber das, was dort am 21. Juni 2025 in Bern geschehen ist, kann und will ich nicht unkommentiert lassen. Dieser Brief ist Ausdruck meiner tiefen Betroffenheit, aber auch meines klaren Widerspruchs – gegen Heuchelei, gegen Hass und gegen das Schweigen dort, wo Solidarität versprochen … Offener Brief an die Veranstaltenden und Unterstützenden der Demonstration vom 21. Juni 2025 in Bern weiterlesen

Token-Juden und Trigger-Wörter: Die gefährliche Rolle antizionistischer ‚jüdischer‘ Gruppen

Ich habe Freundschaften verloren. Menschen, mit denen ich dachte, gemeinsame Werte zu teilen – Gerechtigkeit, Solidarität, Achtsamkeit gegenüber Diskriminierung. Nach dem 7. Oktober 2023 aber war es plötzlich still. Oder schlimmer: Wer sprach, verwies auf Gruppen wie „Jewish Voice for Peace“, das „Kollektiv Doykait“ oder die „Jüdische Stimme für einen gerechten Frieden“. Plötzlich galten nur … Token-Juden und Trigger-Wörter: Die gefährliche Rolle antizionistischer ‚jüdischer‘ Gruppen weiterlesen

Von Zürich bis Bern: wo Solidarität endet

Ich war nicht dort. Nicht auf der Pride in Zürich, nicht auf der Gaza-Demo in Bern. Eine Operation, Heilung, körperliche Grenze. Doch was ich gesehen habe – auf Fotos, in Berichten, durch Freund*innen – hat mich sprachlos gemacht. Und wütend. Zwei Veranstaltungen, beide am selben Tag. Zwei Orte, die sich selbst als inklusiv, gerecht, solidarisch … Von Zürich bis Bern: wo Solidarität endet weiterlesen

nach dem schwarzen Shabbat

(für Zayde) du hast überlebtaber nicht mehr geglaubt hast gesagt:wenn es einen Gott gäbe,dann wär das alles nicht passiert deine Händezitterten nie, wenn du das sagtestnur deine Stimme manchmalleise, wie Asche,die sich weigert, ganz zu vergehen ich glaubeaber nicht an einen Gott, der alles bestimmtnicht an einen, der schlägt, befiehlt, Befehle belltich glaube an einen,der … nach dem schwarzen Shabbat weiterlesen

Ausgeschlossen: Wenn Feminismus jüdische Frauen nicht mitmeint

Ich schreibe diesen Text mit Herzklopfen. Nicht, weil ich provozieren will – sondern weil ich verletzt bin. Enttäuscht. Und wütend.Wütend, weil ich als jüdische Feministin nicht mehr sicher bin auf einer feministischen Demonstration.Verletzt, weil der Ort, an dem ich eigentlich gemeinsam mit anderen für Gerechtigkeit einstehen wollte, mich ausschließt – oder mich zwingt, einen Teil … Ausgeschlossen: Wenn Feminismus jüdische Frauen nicht mitmeint weiterlesen

Wenn Symbole Angst machen: Die Geschichte der Kufiya und ihrer Wirkung

Es passiert immer wieder. Ich gehe auf eine Pride, einen 1.-Mai-Marsch, einen feministischen Streik oder eine Veranstaltung zum Klimaschutz - oder einfach nur Einkaufen oder bin unterwegs zur Arbeit. Und plötzlich sehe ich sie: die Kufiya.Oft nicht nur vereinzelt, sondern in Gruppen. Menschen mit Kufiya um den Hals, als Kopftuch, als Statement. Und oft, wie … Wenn Symbole Angst machen: Die Geschichte der Kufiya und ihrer Wirkung weiterlesen

Wer bin ich?

Sie sagen:zu weiß, um Schwarz zu sein.Zu Schwarz, um weiß zu sein. Doch meine Vorfahrenpflückten Baumwolle mit blutigen Händen.Ich höre ihren Schmerzunter meiner Haut.Ich trage ihre Stärkein jeder Zelle.Ich singe ihre Lieder —Work Songs.Spirituals.Gospels.Lieder, die den Himmel aufreißen. Sie sagen:eine Zionistin ohne Mitleid. Doch ich binTochter Zion.Tochter Israels.Kind der Überlebenden.Mein Herz liebt mein Volk.Und weint … Wer bin ich? weiterlesen