Was auf den ersten Blick wie eine hasserfüllte Schmiererei in einem Zug wirkt, ist in Wahrheit der verdichtete Ausdruck einer jahrhundertelangen Geschichte des Antisemitismus – theologisch genährt, ideologisch instrumentalisiert, und heute wieder erschreckend gegenwärtig. Dieser Artikel zeigt die tiefen Wurzeln der Parole im antijüdischen Denken der Kirche und im antisemitischen Vokabular des Nationalsozialismus – und … ‚Judas verrecke‘ im SBB-Zug: Alte Hetze auf neuen Wänden weiterlesen
Kirche
Ohne Tanach kein Evangelium – Warum Christen das „Alte Testament“ brauchen
„Wozu brauchen wir Christen eigentlich das Alte Testament?“ – eine Frage, die mich kürzlich völlig unvorbereitet traf. Für einen Jüdischen Menschen ist sie kaum vorstellbar: Der Tanach ist kein „Anhänger“ des Neuen Testaments, kein optionaler Fundus alter Geschichten, sondern das lebendige Fundament des Glaubens. Für Christen mag das Neue Testament den Kern des Glaubens darstellen, … Ohne Tanach kein Evangelium – Warum Christen das „Alte Testament“ brauchen weiterlesen
Exorzisten, Dämonen und bissige Marien
Theologische, kirchenkritische und volksfrömmige Seitenblicke zu The Pope’s Exorcist Manche Filme wollen unterhalten, andere provozieren – und manche tun beides, während sie einem zwischendurch Bibelverse ins Gesicht schleudern, sich mit der Kirchengeschichte anlegen und gleichzeitig die feine Linie zwischen Horror und Humor ausloten. The Pope’s Exorcist gehört eindeutig in diese dritte Kategorie.Der Streifen um Pater … Exorzisten, Dämonen und bissige Marien weiterlesen
Mit vollem Herzen – Mein Vikariatsjahr in der Offenen Kirche Elisabethen
Es ist kaum zu glauben, aber es ist fast genau ein Jahr vergangen, seit ich am 1. August mein Vikariat in der Offenen Kirche Elisabethen angetreten habe. Ein Jahr, das sich zugleich wie ein Augenblick und wie eine ganze Welt anfühlt. Ich bin eingetreten in diesen Raum, mit den Füßen noch halb im Umzugskarton, den … Mit vollem Herzen – Mein Vikariatsjahr in der Offenen Kirche Elisabethen weiterlesen
Ein Abendessen, zwei Predigtstile und die Frage nach dem pastoralen Ton
Warum klingt es in der Kirche so … seltsam?Diese Frage wurde mir nicht von einem kirchenkritischen Teenager gestellt, sondern von einer klugen, neugierigen jüdischen Freundin beim Abendessen. Wir sprachen über Gott und die Welt – und darüber, wie wir darüber sprechen.Sie meinte es nicht spöttisch, sondern interessiert. Und ich verstand sofort, was sie meinte: diesen … Ein Abendessen, zwei Predigtstile und die Frage nach dem pastoralen Ton weiterlesen
Zwischen Schweigen und Resonanz – Was ich über Seelsorge gelernt habe
Jetzt, wo mein Vikariat sich dem Ende zuneigt, schaue ich zurück – und zugleich nach vorn. Ich frage mich: Was hat sich in mir verändert? Was hat mich geprägt? Und vor allem: Was ist Seelsorge für mich geworden – nach all den Gesprächen, den Begegnungen, dem Dasein an heiligen und verletzlichen Orten? Seelsorge ist für … Zwischen Schweigen und Resonanz – Was ich über Seelsorge gelernt habe weiterlesen
Wenn die Kirche Feierabend hat: La Llorona und der Curandero
Manchmal schauen mich Leute irritiert an, wenn ich erzähle, dass ich Horrorfilme mag. Nicht wegen der Gewalt, nicht wegen der Effekte, sondern wegen der Fragen, die sie stellen. "Der Fluch der Llorona" ist so ein Film: Oberflächlich ein Spuk mit einem weinenden Geist – aber darunter? Ein Abgrund an Schuld, kolonialer Hybris und spiritueller Suche. … Wenn die Kirche Feierabend hat: La Llorona und der Curandero weiterlesen
Am Tisch des Rabbi – Eine Liturgie auf dem Weg
Persönliches Vorwort Dieser Weg zu einer eigenen Abendmahlsliturgie ist für mich ein Tastweg – ein Suchen und Finden im Dialog mit meinem Glauben, meiner jüdischen Herkunft und meiner Liebe zu Jesus als meinem Rabbi und Lehrer. Es ist keine fertige, starre Form, sondern ein lebendiger Prozess des Nachdenkens und Feierns. Jede Form, jedes Wort soll … Am Tisch des Rabbi – Eine Liturgie auf dem Weg weiterlesen
Achtung, da ist ein Riss im Boden
Ein persönlicher Text über das Wahlfähigkeitszeugnis, christliches Liedgut und jüdisches Erinnern. Manchmal sind es nicht große theologische Debatten, nicht grelle Schlagzeilen, nicht bewusst gesetzte Konflikte, die wehtun – sondern ein Lied. Ein schöner Klang, eine beschwingte Melodie, ein Refrain, der ins Ohr geht. Manchmal ist es genau so ein Lied, das etwas in uns berührt, … Achtung, da ist ein Riss im Boden weiterlesen
Segnung, Sendung, Smicha
Im August werde ich im Basler Münster ordiniert. Ein Übergang, ein Innehalten, ein Ruf.Diese Zeilen sind mein Versuch, Worte zu finden für das, was sich innerlich formt: eine Berufung, die durch die Kirche bestätigt wird. Eine Sendung, die nicht nur eine Funktion meint, sondern ein Leben im Dienst des göttlichen Wortes. Eine Segnung, die mich … Segnung, Sendung, Smicha weiterlesen