Ich habe Freundschaften verloren. Menschen, mit denen ich dachte, gemeinsame Werte zu teilen – Gerechtigkeit, Solidarität, Achtsamkeit gegenüber Diskriminierung. Nach dem 7. Oktober 2023 aber war es plötzlich still. Oder schlimmer: Wer sprach, verwies auf Gruppen wie „Jewish Voice for Peace“, das „Kollektiv Doykait“ oder die „Jüdische Stimme für einen gerechten Frieden“. Plötzlich galten nur noch diese Gruppen als jüdisch legitim – der Rest, die jüdische Mehrheit, wurde zur „zionistischen Lobby“, zum Schweigekartell, zur Bedrohung. Und Antisemitismus? Der wurde nur noch anerkannt, wenn er sich gegen diese wenigen Gruppen richtete. Als sei das ganze jüdische Spektrum darauf reduzierbar.
Dieser Text ist mein Versuch, Klarheit zu schaffen. Über Organisationen, die sich „jüdisch“ nennen, aber mit der jüdischen Gemeinschaft kaum verbunden sind. Über Gruppen, die gefährlich sind – nicht weil sie jüdisch sind, sondern weil sie Jüdischsein missbrauchen, um Hass zu legitimieren.
Was meinen wir überhaupt mit „jüdisch antizionistisch“?
Der Begriff „jüdisch antizionistisch“ klingt auf den ersten Blick wie ein Widerspruch in sich – und ist es im Grunde auch, wenn man sich die jüdische Geschichte, Gegenwart und Selbstwahrnehmung der weltweiten jüdischen Gemeinschaft ansieht. Doch in politischen Diskursen, auf Demonstrationen, in akademischen Milieus und auf Social Media hat sich dieser Begriff als eine Art moralisches Aushängeschild etabliert – gerade weil er eine scheinbare innere jüdische Kritik am Zionismus verkörpert.
Zionismus meint in seiner einfachsten und historisch wie ethisch tragfähigsten Definition das Recht des jüdischen Volkes auf nationale Selbstbestimmung – und damit auch das Existenzrecht des jüdischen Staates Israel. In dieser Form verstehen sich laut seriösen Umfragen zwischen 85 % und 95 % der Jüdinnen und Juden weltweit als zionistisch – unabhängig davon, wie sie zur jeweiligen israelischen Regierung stehen.
Wer sich heute als „jüdisch antizionistisch“ bezeichnet, grenzt sich also nicht von einer bestimmten Politik Israels ab, sondern vom grundlegenden Recht auf jüdische Selbstbestimmung. Das wäre, übertragen auf andere Gruppen, vergleichbar mit der Aussage: „Ich bin zwar kurdisch, aber ich lehne das Existenzrecht eines kurdischen Staates kategorisch ab.“ Oder: „Ich bin indigen, aber die indigene Selbstbestimmung lehne ich grundsätzlich als kolonial ab.“
Gruppen wie Jewish Voice for Peace (JVP), Kollektiv Doykait, Jüdisch Antikolonial oder die Jüdische Stimme in Deutschland nutzen die Kombination „jüdisch“ und „antizionistisch“, um eine politische Botschaft zu legitimieren, die im Kern auf die Delegitimierung, Dämonisierung und letztlich auch die Eliminierung des jüdischen Staates Israel abzielt. Dabei wird die eigene jüdische Identität strategisch instrumentalisiert – als Feigenblatt, als Entschuldigung, als Schutzschild. Das funktioniert nur deshalb, weil Antisemitismus so oft als etwas von „außen“ wahrgenommen wird. Wenn aber Jüdinnen und Juden selbst antisemitische Narrative bedienen, kann man sich guten Gewissens darauf berufen: „Kann ja nicht antisemitisch sein, sind ja Juden!“
Doch so einfach ist es nicht. Jüdische Identität schützt nicht vor internalisiertem Antisemitismus, und „jüdisch“ zu sein bedeutet nicht, dass man automatisch im Interesse jüdischer Gemeinschaften handelt. Diese Unterscheidung ist zentral – und wird in linken Diskursen allzu gern ignoriert.
Wenn „jüdisch“ zum Alibi wird
Seit dem 7. Oktober 2023 hat sich in vielen Beziehungen etwas verschoben – bei manchen schmerzhaft und endgültig. Alte Bekannte und vermeintliche Freund*innen, die sich in Diskussionen plötzlich auf Organisationen wie „Jewish Voice for Peace“ (JVP), „Kollektiv Doykait“ oder „Jüdisch Antikolonial“ berufen. Menschen, die plötzlich nur noch diese Stimmen gelten lassen, als „die echten Juden“. Wer nicht anti-zionistisch ist, sei automatisch „rechts“, „blind gegenüber dem Kolonialismus“ – oder gleich „Mittäter“.
Manche sagen sogar: „Antisemitismus? Kann ja nicht sein – da sind doch Juden mit dabei.“ Das klingt beruhigend – und ist doch brandgefährlich.
Denn wer sich mit diesen Gruppen genauer beschäftigt, merkt schnell: Ihre Sichtweise entspricht nicht nur nicht der jüdischen Mehrheit, sondern verzerrt, missbraucht und delegitimiert jüdische Identität. Mit religiösen Symbolen, Begriffen und Ritualen wird ein zynisches Spiel gespielt – um den Eindruck zu erwecken, ihre Agenda sei „authentisch jüdisch“. Doch was wie jüdisch aussieht, ist oft nur strategische Oberfläche.
Es wird Zeit, genauer hinzusehen.
Wer ist JVP – und wer gehört zum Netzwerk?
„Jewish Voice for Peace“ (JVP) ist die größte antizionistische jüdische Organisation in den USA. Nach außen gibt sie sich bürgerlich, liberal und friedensorientiert – doch bei genauerem Hinsehen zeigt sich ein anderes Bild. JVP unterstützt nicht nur die internationale BDS-Bewegung, lehnt Israels Existenzrecht faktisch ab und propagiert eine völlige Dekolonisierung des jüdischen Staates, sondern arbeitet auch mit extremistischen und gewaltverherrlichenden Gruppen zusammen.
JVP kooperiert regelmäßig mit Organisationen, die dem internationalen Terrorismus nahestehen – etwa mit Samidoun, einem weltweit tätigen Netzwerk, das weithin als Propaganda-Arm der Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) gilt. Die PFLP ist in den USA, der EU und der Schweiz als Terrororganisation gelistet. Sie ist verantwortlich für zahlreiche Attentate auf jüdische Zivilist*innen weltweit – in Israel, Argentinien, Griechenland, der Schweiz, Deutschland und mehr. Auch Flugzeugentführungen und Massaker wie der Lod-Flughafenanschlag 1972 – bei dem 26 Menschen, darunter acht israelische Juden und 17 nicht-jüdische Puerto Ricaner, ermordet wurden – gehen auf das Konto der PFLP.
Samidoun ist nicht nur ideologisch, sondern auch personell mit der PFLP verflochten: Die internationale Koordinatorin Charlotte Kates ist mit Khaled Barakat verheiratet – einem Mitglied des Zentralkomitees der PFLP. Die Organisation pflegt zudem ein enges Verhältnis zum iranischen Revolutionsgardekorps (IRGC), dem militärischen Arm des Mullah-Regimes in Teheran, das Terrorgruppen wie Hamas und Hisbollah mit Waffen, Geld und Ausbildung unterstützt. Iran selbst ist direkt verantwortlich für zahlreiche Terroranschläge auf jüdische Einrichtungen – etwa dem verheerenden Bombenanschlag 1994 auf das jüdische Gemeindezentrum AMIA in Buenos Aires, bei dem 85 Menschen starben.
Trotzdem arbeitet JVP mit diesen Akteuren zusammen, tritt mit ihnen öffentlich auf und verteidigt sie. Auch Leila Khaled, die als PFLP-Mitglied durch Flugzeugentführungen zur Symbolfigur des palästinensischen Terrorismus wurde, wurde mehrfach von JVP eingeladen oder verteidigt – unter anderem im Rahmen geplanter öffentlicher Online-Veranstaltungen.
Diese Nähe zu offen antisemitischen, gewalttätigen Akteuren steht in scharfer Diskrepanz zu JVPs eigenem Anspruch, für Frieden, Gerechtigkeit und Menschenrechte zu stehen. Vielmehr zeigt sich ein strategisches Bündnis mit jenen Kräften, die jüdisches Leben weltweit bedrohen, oft im Namen eines „Widerstands“, der Gewalt gegen Zivilist*innen explizit einschließt und rechtfertigt.
Doch JVP belässt es nicht bei aktueller Radikalisierung – die Organisation betreibt auch eine gezielte Verzerrung und Romantisierung historischer Gewalt gegen Juden. So likt und teilt JVP Beiträge, in denen die Arabische Revolte von 1936–1939 in Palästina gefeiert wird. Diese begann als Serie von Pogromen gegen jüdische Zivilisten und wurde maßgeblich vom Großmufti von Jerusalem, Haj Amin al-Husseini, organisiert – einem SS-Mitglied und engen Verbündeten Hitlers. Der Mufti reiste nach Berlin, unterstützte die Vernichtungspolitik der Nazis aktiv und war laut NS-Dokumenten in Pogromplanungen (z. B. Tiberias 1938) involviert. Dass JVP diesen Kontext ausblendet oder bewusst verharmlost, zeigt eine erschreckende Bereitschaft, antisemitische Gewaltgeschichte zu relativieren oder umzudeuten, solange sie dem antizionistischen Narrativ dient.
Auch innerhalb der eigenen Strukturen finden sich problematische Figuren: Rabbi Lynn Gottlieb, ein Mitglied von JVPs „Rabbinical Council“, reiste 2008 im Rahmen eines Regimepropaganda-Treffens nach Teheran – trotz der Tatsache, dass jüdische Menschen im Iran als Bürger*innen zweiter Klasse leben und ständig unter dem Verdacht stehen, „Zionisten“ zu sein – ein Anklagepunkt, der dort zur Todesstrafe führen kann.
In Europa ist JVP über die „Jüdische Stimme für einen gerechten Frieden“ (Deutschland) sowie über „Jüdische Stimme für Demokratie und Gerechtigkeit in Israel/Palästina“ (JVJP) in der Schweiz aktiv. Diese treten unter demselben Namen oder verwandten Bezeichnungen auf und verbreiten nahezu identische Inhalte. In der Schweiz sind zusätzlich Kollektiv Doykait und Jüdisch Antikolonial als assoziierte Gruppen aufgetreten – bei Demos mit Parolen wie „End Zionism“ oder mit Davidstern-Bannern in Form von Wassermelonen. Auch hier zeigt sich: Die Nähe zu extremistischen und antisemitischen Narrativen wird nicht gemildert, sondern aktiv genutzt, um den eigenen Aktivismus als „jüdisch legitimiert“ erscheinen zu lassen.
Diese Gruppen sind klein, aber professionell organisiert, strategisch laut und präsent. Doch sie sprechen nicht für die jüdische Gemeinschaft – sie sprechen gegen sie. Und sie tun dies mit Unterstützung von Kräften, die jüdisches Leben weltweit angreifen – politisch, ideologisch, und mitunter tödlich.
Von Kritik zu Dämonisierung: Die radikale Agenda
Es ist legitim, Israel zu kritisieren – wie jede andere Regierung auch. Doch was JVP & Co. tun, ist keine Kritik, sondern gezielte Delegitimierung:
- Sie setzen Israel mit Nazideutschland gleich („From Auschwitz to Palestine“).
- Sie verbreiten den Vorwurf eines „fortwährenden Genozids“ durch Israel.
- Sie sprechen dem jüdischen Staat das Existenzrecht ab – nicht nur der Regierung, dem gesamten Konzept.
Auf der Demo am 21. Juni 2025 in Bern wurden Slogans gerufen wie:
- „Iran, Iran – make us proud!“
- „Yemen, Yemen – turn another ship around!“
- „Bil rouh, bil dam, nafdika ya Gaza“ (Mit Blut und Seele werden wir Gaza befreien)
- „From the river to the sea – Palestine will be free“
Zudem wurden iranische Regime-Flaggen gezeigt – also jene eines Staates, der die Auslöschung Israels propagiert. Eine israelische Flagge wurde ausgerechnet neben dem Kindlifresserbrunnen verbrannt – ein Ort, an dem öffentlich über antisemitische Deutungen informiert wird.
JVP & Co. verurteilen solche Aktionen nicht. Im Gegenteil: Sie marschieren mit, posten zustimmend, schweigen demonstrativ. Schweigen, das Zustimmung ist.
Antizionismus ≠ Antisemitismus? Der schmale Grat
Natürlich ist nicht jeder Antizionist automatisch Antisemit. Und doch ist der Grat schmal. Wenn man „Zionismus“ nicht mehr als jüdisches Selbstbestimmungsrecht versteht, sondern als „Apartheid“, „Kolonialismus“, „rassistisch“ – dann wird Antizionismus zur Chiffre für Judenhass.
Besonders perfide: Diese Gruppen versuchen, den Begriff Antisemitismus selbst zu redefinieren. Was die jüdische Mehrheit als antisemitisch empfindet (z.B. Holocaustrelativierung, Auslöschungsparolen, Flaggenverbrennung), wird bagatellisiert – oder gar umgedeutet als „legitimer Protest“.
Wer behauptet, der Antisemitismusvorwurf sei nur ein „Trick“ zur Abwehr von Kritik, macht sich mitschuldig am wachsenden Hass. Und genau das tun diese Gruppen – offen oder subtil.
Bzgl. der Begrifflichkeit von Antizionismus: Ich denke hier z.B. besonders an bestimmte ultraorthodoxe Gruppen in Israel (allerdings meine ich hier nicht die Neturei Karta, die ein Sonderfall sind, für die sich ein eigener Blogeintrag lohnen würde – antizionistisch, rassistisch, homophob, Freunde des iranischen Regimes, Holocaustleugner-Konferenzteilnehmer – und dennoch haben linke Palästinafreunde keine Probleme, sie wie ein Aushängeschild vorzuzeigen). Wahrscheinlich ist Nicht-zionistisch in diesen Fällen eine bessere Bezeichnung als Anti-zionistisch: nicht-zonistisch heisst nicht unbedingt antisemitisch.
Token-Juden und die Vernebelung von Diskriminierung
In fast allen progressiven Milieus ist klar: Man instrumentalisiert keine marginalisierten Gruppen als Feigenblatt. Keine Schwarzen, keine Transfrauen, keine Geflüchteten. Nur bei Jüdinnen und Juden scheint das nicht zu gelten.
Da reicht eine Person mit Kippa, eine Gruppe mit „Jewish“ im Namen – und schon kann man sich auf Demonstrationen antisemitische Parolen leisten, ohne sich Sorgen zu machen. „Kann ja nicht antisemitisch sein – da sind ja Juden mit dabei.“
Das ist Tokenisierung. Und sie funktioniert nur, weil diese Gruppen mit voller Absicht genau diese Rolle einnehmen: Sie bieten sich an als Ausrede, als moralische Deckung.
In Wahrheit aber sprechen sie nicht für Juden – sondern für sich selbst. Laut Studien und Umfragen bezeichnen sich 85–95 % aller Jüdinnen und Juden weltweit als Zionist*innen im Sinne der einfachsten Definition: Israel hat ein Existenzrecht. Wer sich auf die wenigen Prozent beruft, die das anders sehen, vernebelt den Diskurs. Mit Absicht.
Missbrauch jüdischer Liturgie und Symbolik
JVP und ähnliche Gruppen wissen, wie mächtig Symbole sind – besonders religiöse. Deshalb inszenieren sie ihre Agenda regelmäßig mit jüdischen Feiertagen, Ritualen und Begriffen:
- Eigene Haggadah zu Pessach, in der ein Becher Wein der BDS-Bewegung gewidmet wird
- Verfälschtes „Dayenu“ mit politisch umgedeuteten Plagen (etwa: „Zionismus“ als moderne Plage)
- Shavuot-Lehrnächte, bei denen „Torastudium“ bedeutet, sich gemeinsam über Israel zu empören
- Ein Blog mit dem Namen „Palestinian Talmud“
- Gruppen wie „Kollektiv Doykait“ setzen jüdische Begriffe wie „Tikkun Olam“ (Weltheilung) in einem radikal-politischen Kontext ein
Das Ziel: religiöse Legitimität vortäuschen, um die Agenda attraktiver und glaubhafter zu machen.
Dabei ist das Verhältnis zur jüdischen Religion oft distanziert bis ignorant. Was zählt, ist das Äußere: Ein bisschen Hebräisch, ein bisschen Feiertagsästhetik – genug, um als „jüdisch genug“ durchzugehen. Die tiefe Auseinandersetzung mit Tradition? Fehlanzeige. Die Vielfalt der jüdischen Theologie? Ignoriert. Es geht um Wirkung, nicht Wahrheit.
Ein gefährliches Publikum: Wer sich auf sie beruft
Das wahre Problem dieser Gruppen ist nicht nur ihr Inhalt – sondern ihr Publikum.
Organisationen wie JVP, JVJP, Kollektiv Doykait oder Jüdisch Antikolonial geben anderen die moralische Ausrede, um Hass salonfähig zu machen.
- Auf Gaza-Demos marschieren sie Seite an Seite mit Leuten, die Israel als Nazi-Staat bezeichnen
- Linke Parteien und NGOs wie SP, Grüne, GSoA, Amnesty, Campax oder VPOD berufen sich auf sie – wie am 21. Juni 2025 in Bern
- Ihr Auftreten wird von Medien oft unkritisch übernommen: „jüdische Stimmen“, „interne Kritik“, „diverse Perspektiven“
- Gleichzeitig schweigen sie zu islamistischer Gewalt, religiösem Fanatismus, Judenhass unter dem Deckmantel der Palästinasolidarität
Besonders perfide wird es, wenn die Existenz dieser Gruppen genutzt wird, um legitime jüdische Selbstverteidigung als „Überreaktion“ darzustellen. Wenn antisemitische Vorfälle relativiert werden, weil ja angeblich auch „Juden mitmarschieren“.
Das ist gefährlich. Denn es macht Antisemitismus unsichtbar – oder schlimmer noch: legitim.
Strukturen, Strategien und Narrative
JVP & Co. sind keine losen Bündnisse – sie sind gut organisiert. Ihre Strategien folgen einem Muster:
- Sprache drehen: „Kolonialismus“, „Dekolonisierung“, „Widerstand“, „People of Color“ – die Begriffe linker Theorie werden benutzt, um eine asymmetrische Realität zu verzerren
- Religiöse Tarnung: Eigene „Rabbinical Councils“, rituelle Formen – ohne theologische Tiefe, aber mit PR-Wirkung
- Medienwirksamkeit: Banner, Parolen, Auftritte mit hohem Wiedererkennungswert („End Zionism“ im Davidstern)
- Allianzen mit anti-israelischen Gruppen: z.B. Students for Justice in Palestine, CODEPINK, Friends of Sabeel
- Schweigen zu Antisemitismus – oder subtile Rechtfertigung: Hamas-Unterstützung wird als „dekoloniale Gewalt“ verharmlost
Diese Strategie ist nicht chaotisch, sondern gezielt: Die Gruppen geben sich zivilgesellschaftlich, um gegen Israel mobilzumachen – mit jüdischem Anschein, aber anti-jüdischer Wirkung.
Der Preis: Wie diese Gruppen der jüdischen Gemeinschaft schaden
Die Kosten dieser Strategie sind hoch – für Jüdinnen und Juden weltweit.
- In linken Räumen sind viele jüdische Stimmen heute nicht mehr willkommen – außer sie sind antizionistisch
- Sichtbare Juden, die sich für Israel einsetzen, werden angefeindet oder ausgeladen
- Der Antisemitismusbegriff wird ausgehöhlt – Kritik an Terrorgruppen wird als „Zensur“ diffamiert
- Jüdische Selbstorganisation wird mit Misstrauen betrachtet: „Was habt ihr zu verbergen?“
- Wer als Jude oder Jüdin an Israel glaubt, ist verdächtig – oder „Problemfall“
Diese Gruppen sprechen nicht für uns. Aber sie wirken gegen uns – oft mit gravierenden Folgen für unsere Sicherheit, Glaubwürdigkeit und Sichtbarkeit.
Fazit: Was wir lernen können – und warum Klarheit wichtig ist
Diese Organisationen sind laut, sichtbar, strategisch. Aber sie sind nicht repräsentativ.
Sie missbrauchen jüdische Identität, um eine Agenda voranzutreiben, die nicht nur Israel, sondern auch das jüdische Leben angreift – subtil oder offen. Sie liefern Antisemiten die Ausrede: „Wie kann das antisemitisch sein – da sind doch Juden dabei.“
Die Wahrheit ist: Die überwältigende Mehrheit der jüdischen Welt steht hinter Israel. Nicht unkritisch – aber klar in der Überzeugung, dass jüdische Selbstbestimmung kein Verbrechen ist.
Wir müssen diesen Gruppen widersprechen. Deutlich. Ruhig. Informiert.
Denn am Ende geht es nicht nur um Israel – sondern darum, wer in Zukunft als „jüdische Stimme“ gelten darf.
Quellen und weiterführende Informationen
Die im Artikel dargestellten Informationen basieren auf öffentlich zugänglichen Berichten, Artikeln und Dokumentationen, u. a. aus folgenden Quellen:
- Anti-Defamation League (ADL):
„Jewish Voice for Peace: A New Front in the Anti-Israel Movement“ (PDF)
Umfassender Hintergrundbericht über Struktur, Strategie und Ideologie von JVP. - Anti-Defamation League (ADL):
„Jewish Voice for Peace: Increasing Anti-Israel Radicalism“
Analyse der zunehmenden Radikalisierung und ideologischen Verschiebung bei JVP. - Roots Metals (Sharon Nazarian):
„Stop Sharing JVP“
Kritischer Blogartikel über die Rolle von JVP in sozialen Medien, mit Fokus auf Geschichtsrevisionismus und Tokenisierung. - StandWithUs:
„Jewish Voice for Peace (JVP): A Report“
Übersicht zu Aktivitäten, Allianzen und Positionen der Organisation. - Audiatur Online (Schweiz):
„Links inszenierte Gaza-Demo in Bern – zwischen Huthi-Romantik und Iran-Verherrlichung“
Bericht über die Gaza-Demonstration vom 21. Juni 2025 in Bern, mit ausführlicher Dokumentation antisemitischer Vorfälle und Beteiligung jüdisch-antizionistischer Gruppen.