Zwischen Text und Geschichte: Evangelien, Antijudaismus und das Potential für Gewalt

Vor Kurzem veröffentlichte Watson einen Artikel, der die Frage aufwarf, ob eine gefälschte Ostergeschichte zum Drama der Judenverfolgung geführt habe. Die Diskussion wurde auch von Stephan Jütte und Christian Walti kommentiert – beide greifen wichtige Punkte auf: Die Bibel verfolgt keine Menschen von sich aus, und Texte hassen nicht, nur ihre Leser:innen. Doch diese Perspektiven … Zwischen Text und Geschichte: Evangelien, Antijudaismus und das Potential für Gewalt weiterlesen

Israelisches Gesetz zur Todesstrafe für Terroristen: Fakten, Kontext und ethische Reflexion

Am 30. März 2026 hat die Knesset ein Gesetz zur Todesstrafe für verurteilte Terroristen verabschiedet – ein Schritt, der international Schlagzeilen machte und kontrovers diskutiert wird. Häufig werden dabei vereinfachte Narrative verbreitet: „Israel führt die Todesstrafe ein – nur für Palästinenser“. Doch die Realität ist differenzierter. Das Gesetz gilt ausschließlich für Menschen, die im Westjordanland … Israelisches Gesetz zur Todesstrafe für Terroristen: Fakten, Kontext und ethische Reflexion weiterlesen

Selektive Empathie ist keine Gerechtigkeit: eine Reaktion zur Gemeinsamen ökumenischen Erklärung zum eskalierenden Konflikt im Nahen und Mittleren Osten

Dieser Text ist nicht leicht zu schreiben. Nicht, weil es an Argumenten fehlt –sondern weil es um mehr geht als um Argumente. Es geht um Verantwortung.Um Sprache.Und um die Frage, wie Kirchen über Gewalt, Leid und Gerechtigkeit sprechen – gerade dort, wo es Israel betrifft. Ich habe zuerst gezögert, diese Reaktion zu formulieren.Nicht aus Unsicherheit, … Selektive Empathie ist keine Gerechtigkeit: eine Reaktion zur Gemeinsamen ökumenischen Erklärung zum eskalierenden Konflikt im Nahen und Mittleren Osten weiterlesen

Wenn „Israelkritik“ zur Vernichtungsfantasie wird

Ein Satz. Eine Tatsache: Das iranische Regime verfolgt die Vernichtung Israels als erklärtes Ziel. Was darauf folgte, war keine Debatte.Es war ein Abgrund. Unter dem Post eines jüdischen Menschen sammelten sich Kommentare, die nicht kritisieren, sondern entmenschlichen, relativieren und Vernichtung denkbar machen. Ich schreibe diesen Text nicht, weil ich „beide Seiten“ abwägen will.Ich schreibe ihn, … Wenn „Israelkritik“ zur Vernichtungsfantasie wird weiterlesen

Erfahrungen mit Antisemitismus in queeren Räumen

Antisemitismus ist in queeren Räumen ein wachsendes Problem, das sich insbesondere seit dem 7. Oktober 2023 deutlich verschärft hat. Jüdische und speziell queere jüdische Menschen erleben zunehmend Ausgrenzung, Boykott und Ablehnung in queeren Räumen. Dabei wird oft ein politisch motivierter «Antizionismus» zur Rechtfertigung von Antisemitismus. Jüdische Symbole wie der Davidstern auf Regenbogenfahnen werden bei Pride-Veranstaltungen … Erfahrungen mit Antisemitismus in queeren Räumen weiterlesen

Wenn über Antisemitismus gesprochen wird – und die Debatte sofort woanders landet

Antisemitismus in der Schweiz – ein Thema, das oft nur am Rande diskutiert wird. Die jüngsten Zahlen zeigen: Hass, Bedrohungen und Diskriminierung nehmen zu, doch viele Gespräche schweifen sofort ab, weg von den konkreten Erfahrungen hier lebender Menschen. Kommentarspalten, soziale Netzwerke, der Alltag von Betroffenen – sie alle spiegeln ein komplexes, unsichtbares Problem, das Zahlen … Wenn über Antisemitismus gesprochen wird – und die Debatte sofort woanders landet weiterlesen

Warum ICE-Kritik so oft bei Israel endet

Ein Bild eines fünfjährigen Kindes, krank und festgenommen durch ICE, zeigt, was wir längst wissen: In den USA geschieht strukturelle Gewalt gegen Kinder, Familien und marginalisierte Gruppen. Doch die Debatte driftet oft sofort ab – hin zu Israel, zum IDF, zu „den Juden“. Dieses Opinion Piece untersucht, warum das passiert, wie historische Verantwortung verdrängt wird … Warum ICE-Kritik so oft bei Israel endet weiterlesen

Nie wieder. Und doch – wieder.

„Nie wieder“ ist kein leerer Slogan.Es ist ein jüdisches Wort. Ein historischer Ruf. Eine Grenze. Dieser Text ist entstanden aus der Erfahrung wachsender antisemitischer Gewalt – in Kommentarspalten, in öffentlichen Debatten, in offenen Drohungen. Er fragt, was passiert, wenn Erinnerung relativiert, Schuld verschoben und jüdische Stimmen delegitimiert werden. Und er erinnert daran, dass „Nie wieder“ … Nie wieder. Und doch – wieder. weiterlesen

Zwischen Einheit und Ausschluss: Eine theologische Lektüre

In den vergangenen Tagen wurde ein Statement der Patriarchen und Kirchenoberhäupter in Jerusalem veröffentlicht, das Fragen nach Einheit, Repräsentation und theologischer Autorität im Heiligen Land aufwirft. Doch Sprache beschreibt nicht nur, sie formt auch die Wirklichkeit. Dieser Text liest das Statement theologisch, historisch und pastoral. Er fragt nach den impliziten Abgrenzungen, nach dem Umgang mit … Zwischen Einheit und Ausschluss: Eine theologische Lektüre weiterlesen

Wenn Worte und Zeichen zu Waffen werden

Ein Kommentar unter einem Demoaufruf in Winterthur lautet:„Bondi Beach war erst der Anfang. Lang lebe die Intifada.“ Nur wenige Wochen nach einem antisemitischen Terroranschlag, bei dem während einer Chanukka-Feier 15 Menschen ermordet wurden, wird Gewalt offen gefeiert – mitten in Europa, mitten in der Öffentlichkeit. Dieser Text setzt sich mit der Sprache, den Symbolen und … Wenn Worte und Zeichen zu Waffen werden weiterlesen