Ich trage den Stern.

Bus M19, Berlin:71 Jahre, liest Hebräisch —ein Blick reicht,die Mütze fliegt vom Kopf,Wut stiehlt seinen Raum. Iberia, Spanien:Koschere Mahlzeiten,Sticker mit Hass,nur auf jüdischem Essen. Valencia:44 Jugendliche,vom Flug geworfen,Polizei wirft Leiterin zu Boden,Handschellen, Drohungen,weil jemand Hebräisch sprach. Bern:„Kindermörder“ an Mauern,rote Dreiecke,über 30 Attacken auf dieselbe Person —eine Spur aus Hass. Rhodos:Messer-Mob jagt elf junge Israelis,30 gegen … Weiterlesen Ich trage den Stern.

Narben im Glauben – Zeugnis eines langen Weges in FCJG und Lobetal

Wie lebt man Glauben, wenn der Weg durch Missbrauch, Kontrolle und Schmerz führt?In diesem persönlichen Zeugnis erzähle ich von meiner Kindheit bei meinen Großeltern, der Suche nach Halt im Glauben, den Herausforderungen in charismatischen Gruppen, der Erfahrung von Purity Culture, Missbrauch und Verletzungen – und von meiner langsamen Heilung, die ich im Judentum und einem … Weiterlesen Narben im Glauben – Zeugnis eines langen Weges in FCJG und Lobetal

Und wieder

(für Evyatar David, Rom Braslavski, und für alle, die jetzt mitschweigen oder spotten) Ich habe ihn gesehen.Evyatar.Wie er sein eigenes Grab schaufelt.Wie sein Körper, abgemagert bis auf die Knochen,wie ein Bild aus Auschwitz aussieht –nur dass es kein Bild ist.Keine Schwarzweißaufnahme,kein Archiv.Es ist ein Video.Jetzt.Heute.Live. In Farbe. Sein Gesicht eingefallen.Sein Blick –ein Blick, der lebt … Weiterlesen Und wieder

Höllisch gute Theologie: Was wir von „Lucifer“ Staffel 4, Folge 8 lernen können

Jetzt hatte ich das mitten in der Hitzewelle geschrieben – und vor lauter schwitzen ganz vergessen, zu veröffentlichen… Einleitung: Theologie, Schweiß und der Teufel im Detail Manchmal frage ich mich, wie die großen Theologen früher den Sommer überlebt haben. Luther schwitzend in Wittenberg, Augustinus halb dehydriert in Nordafrika, Bonhoeffer ohne Klimaanlage in Berlin. Und dann … Weiterlesen Höllisch gute Theologie: Was wir von „Lucifer“ Staffel 4, Folge 8 lernen können

Mit Freude und Fragen – die Schrift als Tanz und Gespräch

Die Bibel ist für mich mehr als ein Buch – sie ist ein lebendiger Tanz, ein fortwährender Dialog voller Fragen und Antworten. Dieses persönliche Zeugnis erzählt von der Suche nach einer Sprache, die das Wort Gottes spürbar macht, die uns berührt, herausfordert und zugleich mit Freude erfüllt. Es geht um das gemeinsame Suchen, Hören und … Weiterlesen Mit Freude und Fragen – die Schrift als Tanz und Gespräch

Lieber Ivo Scherrer, ich hätte es auch geschrieben, wenn ich es so gemeint hätte.

Ein Blogbeitrag in eigener Sache – und über Missverständnisse, Vielfalt und rote Linien Wenn man öffentlich schreibt, muss man mit Widerspruch rechnen. Das gehört dazu – solange man sich auf das bezieht, was ich tatsächlich gesagt habe. Wer mit mir nicht einverstanden ist, darf das gerne sagen, widersprechen, korrigieren, erweitern. Nur: Man sollte mir nichts … Weiterlesen Lieber Ivo Scherrer, ich hätte es auch geschrieben, wenn ich es so gemeint hätte.

Einseitigkeit ist kein Frieden – Zur aktuellen Erklärung des ÖRK zu Israel

„Nicht du trägst die Wurzel, sondern die Wurzel trägt dich.“ (Röm 11,18) Ich bin nicht Israelin im Sinne eines Passes – aber ich bin Teil von Am Yisrael. Ani bat Yisrael. Ich bin Jüdin mütterlicherseits, und nun in der reformierten Kirche: mit dieser Kirche verbunden und zugleich immer wieder irritiert. Ich bin Jüdin in einer … Weiterlesen Einseitigkeit ist kein Frieden – Zur aktuellen Erklärung des ÖRK zu Israel

Hier nicht. So nicht. Mit uns nicht.

Seit 650 Tagen erleben Jüdinnen und Juden in Bern eine zunehmende Atmosphäre der Einschüchterung – sichtbar auf den Strassen, spürbar im Alltag. Nun erhielt Rabbiner Josh Ahrens einen Drohbrief. Das ist keine Meinung mehr. Das ist Gewalt mit Worten. Und es ist Zeit, dass wir als Stadt, als Gesellschaft, als Mitmenschen eine klare Grenze ziehen: … Weiterlesen Hier nicht. So nicht. Mit uns nicht.

Wie jüdische Selbstvertretung delegitimiert wird, Teil 2

Ein Lehrstück über strukturellen Antisemitismus im öffentlichen Diskurs In der „Tribune de Genève“ erschien kürzlich unter der Rubrik „Lettre du jour“ ein Beitrag von Dominique Ziegler, der sich gegen die Subventionierung der CICAD (Coordination intercommunautaire contre l’antisémitisme et la diffamation) richtet. Was auf den ersten Blick wie ein politisches Meinungsstück über öffentliche Gelder erscheint, entpuppt … Weiterlesen Wie jüdische Selbstvertretung delegitimiert wird, Teil 2

Brisket im Ofen – oder: Die stillen Codes des Hasses

(oder: Wenn 16’000 Menschen über antisemitische Bildsprache lachen) Ich wollte mich eigentlich mit Theologie beschäftigen.Ich wollte Texte lesen. Denken. Schreiben über Gott, über Hoffnung, über Gerechtigkeit, über jüdische Wurzeln und Liebe. Und dann das.Ein Bild in einer harmlosen Facebook-Gruppe für Fleischrezepte.Ein aufgeschnittener Brisket, angerichtet auf einem Holzbrett, mit der Bildunterschrift:„Putting this brisket back in the … Weiterlesen Brisket im Ofen – oder: Die stillen Codes des Hasses