Hier nicht. So nicht. Mit uns nicht.

Seit 650 Tagen erleben Jüdinnen und Juden in Bern eine zunehmende Atmosphäre der Einschüchterung – sichtbar auf den Strassen, spürbar im Alltag. Nun erhielt Rabbiner Josh Ahrens einen Drohbrief. Das ist keine Meinung mehr. Das ist Gewalt mit Worten. Und es ist Zeit, dass wir als Stadt, als Gesellschaft, als Mitmenschen eine klare Grenze ziehen: … Hier nicht. So nicht. Mit uns nicht. weiterlesen

Wie jüdische Selbstvertretung delegitimiert wird, Teil 2

Ein Lehrstück über strukturellen Antisemitismus im öffentlichen Diskurs In der „Tribune de Genève“ erschien kürzlich unter der Rubrik „Lettre du jour“ ein Beitrag von Dominique Ziegler, der sich gegen die Subventionierung der CICAD (Coordination intercommunautaire contre l’antisémitisme et la diffamation) richtet. Was auf den ersten Blick wie ein politisches Meinungsstück über öffentliche Gelder erscheint, entpuppt … Wie jüdische Selbstvertretung delegitimiert wird, Teil 2 weiterlesen

Brisket im Ofen – oder: Die stillen Codes des Hasses

(oder: Wenn 16’000 Menschen über antisemitische Bildsprache lachen) Ich wollte mich eigentlich mit Theologie beschäftigen.Ich wollte Texte lesen. Denken. Schreiben über Gott, über Hoffnung, über Gerechtigkeit, über jüdische Wurzeln und Liebe. Und dann das.Ein Bild in einer harmlosen Facebook-Gruppe für Fleischrezepte.Ein aufgeschnittener Brisket, angerichtet auf einem Holzbrett, mit der Bildunterschrift:„Putting this brisket back in the … Brisket im Ofen – oder: Die stillen Codes des Hasses weiterlesen

Wie jüdische Selbstvertretung delegitimiert wird

Eine Analyse des Leserbriefs von Dominique Ziegler in der Tribune de Genève In der Tribune de Genève erschien am 16. Juli 2025 ein Leserbrief des Autors und Regisseurs Dominique Ziegler unter dem Titel „Cessons de subventionner la CICAD“. Was dieser Text vordergründig als demokratische Kritik an einer NGO inszeniert, ist bei näherer Betrachtung ein Lehrstück … Wie jüdische Selbstvertretung delegitimiert wird weiterlesen

„Never Again“ gehört nicht allen – und schon gar nicht gegen uns.

Ich schreibe diesen Text nicht aus Wut, sondern aus dem Bedürfnis nach Klarheit. Denn ich sehe, wie Worte, die aus dem tiefsten Schmerz geboren wurden, heute in einen anderen Zusammenhang gestellt werden – entleert, verschoben, umgedeutet. Worte, die nicht für sich beanspruchen, alles Leid der Welt zu beschreiben, sondern ein ganz konkretes. Und ich frage … „Never Again“ gehört nicht allen – und schon gar nicht gegen uns. weiterlesen

Zwischen Bund und Liebe – mein Bild von Gott

Dieser Text ist aus meinen persönlichen theologischen Überlegungen entstanden – als Jüdin, die zugleich in der Kirche lebt und wirkt. Für mich sind jüdische Wurzeln und die Erfahrung des Christentums kein Widerspruch, sondern ein Gespräch, das mein Verständnis von Gott bereichert und herausfordert. In dieser Reflexion versuche ich, Gottes Wesen und Wirken aus einer Perspektive … Zwischen Bund und Liebe – mein Bild von Gott weiterlesen

Macklemore, antisemitische Narrative und das Versagen der Festivals

Auf dem Gurtenfestival 2025 tritt Macklemore auf – ein Künstler, der in seinen Songs antisemitische Stereotype bedient, den Holocaust relativiert und Terror verherrlicht. Während weltweit antisemitische Vorfälle bei Festivals zunehmen, feiern Veranstalter dies als „Kunstfreiheit“. Was steckt wirklich hinter Macklemores Texten – und warum betrifft das nicht nur die jüdische Community? Vorwort: Wenn Festivals zu … Macklemore, antisemitische Narrative und das Versagen der Festivals weiterlesen

Wenn Kritik zur Dämonisierung wird: Francesca Albanese, Amnesty International und der Nahostkonflikt

Vorwort zum Blogbeitrag Der Nahostkonflikt ist eine der komplexesten und emotionalsten Konfliktlagen unserer Zeit. Dabei bleibt der Schutz der Menschenrechte unerlässlich – für alle Beteiligten. Doch der Umgang mit diesem Konflikt auf internationaler Ebene ist längst nicht nur von Sachlichkeit geprägt, sondern oft von politischen Machtspielen, Einseitigkeiten und Polarisierungen. Francesca Albanese, seit 2022 UN-Sonderberichterstatterin für … Wenn Kritik zur Dämonisierung wird: Francesca Albanese, Amnesty International und der Nahostkonflikt weiterlesen

Zwischen berechtigter Kritik und gefährlicher Rhetorik: Eine Analyse von Mauro Poggias Reaktion auf die CICAD

In der politischen Debatte um Israel, Antisemitismus und Menschenrechte prallen immer wieder unterschiedliche Perspektiven aufeinander. Ein aktuelles Beispiel ist die scharfe Replik von Mauro Poggia auf einen Beitrag von Johanne Gurfinkiel von der CICAD. Diese Analyse versucht, die Argumente nüchtern einzuordnen – jenseits von Empörung und Polarisierung. In einem kürzlich erschienenen Beitrag warnt Johanne Gurfinkiel, … Zwischen berechtigter Kritik und gefährlicher Rhetorik: Eine Analyse von Mauro Poggias Reaktion auf die CICAD weiterlesen

Antizionismus als Eintrittskarte: Eine Antwort an Doykait

Ich schreibe diesen Text nicht, weil ich Streit suche. Sondern weil ich Klarheit möchte.Es kann nicht sein, dass in einer Bewegung, die Freiheit, Vielfalt und Gerechtigkeit für sich beansprucht, jüdische Stimmen nur dann gehört werden, wenn sie eine bestimmte politische Haltung vertreten.Ich respektiere, dass das Kollektiv Doykait seine Erfahrungen gemacht hat. Aber ihre Erfahrungen sind … Antizionismus als Eintrittskarte: Eine Antwort an Doykait weiterlesen