Zeit fühlen – oder Zeit bauen? Liturgie, Autismus und eine andere Weise, im Gottesdienst Zeit zu gestalten

Dieser Text ist aus einer persönlichen Beobachtung entstanden, die sich über Jahre verdichtet hat: Ich habe kein ausgeprägtes Gefühl für vergehende Zeit. Ich kann oft nicht intuitiv sagen, wie lange etwas her ist oder wie lange etwas noch dauern wird. Zeit zeigt sich mir weniger als Fluss, sondern eher als Abfolge von Ereignissen und Strukturen. … Zeit fühlen – oder Zeit bauen? Liturgie, Autismus und eine andere Weise, im Gottesdienst Zeit zu gestalten weiterlesen

Vom Rufen und vom Hören: Sonntagspredigt

Der Predigttext von heute stammt aus Johannes 10,11-18.27-30. Er spricht vom guten Hirten und von denen, die seine Stimme kennen. Vielleicht hören wir ihn heute einfach so: als ein Bild davon, dass wir angesprochen sind –und dass es Stimmen gibt, die Vertrauen wecken. „Meine Schafe hören auf meine Stimme.1“ Ein Satz, der einfach klingt – und … Vom Rufen und vom Hören: Sonntagspredigt weiterlesen

Von der Dunkelheit zur Hoffnung

Predigt zur Geschichte des Ostermorgens nach dem Matthäusevangelium1. Sie beginnt nicht im Licht,sondern in der Frühe des Tages,noch im Schatten der Nacht: Zwei Frauen gehen zum Grab.Sie gehen mit dem, was war:mit Trauer, mit Erinnerung, mit Liebe. Und dann geschieht etwas, das ihr Leben verändert.Nicht laut und triumphal,sondern so, dass Furcht und Freude nebeneinander stehen. … Von der Dunkelheit zur Hoffnung weiterlesen

Sehen lernen durch Gottes Nähe: Predigt zu Lukas 18,35-43

Der biblische Text heute erzählt von einem Menschen am Rand,von einer Stimme, die sich Gehör verschafft,und von einem Gott,der stehen bleibt und fragt. Sehen lernen durch Gottes Nähe –darum geht es in diesem Gottesdienst.Nicht um richtige Antworten,sondern um offene Augen,um aufmerksames Hörenund um Vertrauen,das wachsen darf. Gebet vor der Schriftlesung Ewiger Gott,wir sind bereit zu … Sehen lernen durch Gottes Nähe: Predigt zu Lukas 18,35-43 weiterlesen

Geliebt – bevor der Weg beginnt

Predigt zu Matthäus 3,13–171 aus dem heutigen Gottesdienst in der reformierten Kirche Aegerten Man könnte diesen Text schnell erzählen.Jesus kommt an den Jordan. Johannes tauft. Der Himmel öffnet sich. Eine Stimme spricht.So kennen wir ihn. Und doch stolpert man, wenn man innehält. Warum eigentlich lässt Jesus sich taufen? Johannes stolpert jedenfalls.Er hält inne.Er widerspricht.„Ich müsste … Geliebt – bevor der Weg beginnt weiterlesen

In der Dunkelheit: Licht, Freude und Frieden – Predigt zum 4. Advent

In diesen Tagen werden an vielen Fenstern kleine Lichter entzündet.Nicht alle auf einmal.Nicht grell.Sondern eines.Und am nächsten Abend ein weiteres. Es ist Chanukkah, ein jüdisches Fest, das davon erzählt, dass Licht nicht alles verändern muss, um dennoch zu leuchten.  Ein Fest, das davon lebt, dass man Licht anzündet, obwohl man weiß, dass es nicht für immer reicht. … In der Dunkelheit: Licht, Freude und Frieden – Predigt zum 4. Advent weiterlesen

„Du bist nicht fern“ – Meine Ordinationspredigt

Ich hatte die Ehre, im Ordinationsgottesdienst predigen zu dürfen. Höre, Israel! – So beginnt das höchste Gebot. Glauben heißt hören: auf Gott, auf die Mitmenschen, auf das eigene Herz. In meiner Predigt zur Ordination im Basler Münster erzähle ich, warum Gottesliebe ohne Nächstenliebe und Selbstliebe nicht zu denken ist – und wie die Worte Jesu … „Du bist nicht fern“ – Meine Ordinationspredigt weiterlesen

Achtung, da ist ein Riss im Boden

Ein persönlicher Text über das Wahlfähigkeitszeugnis, christliches Liedgut und jüdisches Erinnern. Manchmal sind es nicht große theologische Debatten, nicht grelle Schlagzeilen, nicht bewusst gesetzte Konflikte, die wehtun – sondern ein Lied. Ein schöner Klang, eine beschwingte Melodie, ein Refrain, der ins Ohr geht. Manchmal ist es genau so ein Lied, das etwas in uns berührt, … Achtung, da ist ein Riss im Boden weiterlesen

Leben in Fülle – Eine Einladung zum Aufblühen

Diese Predigt habe ich an meinem Prüfungsgottesdienst gehalten – im Rahmen einer ökumenischen Frauenfeier für alle, mit einer Agape am Ende. Es war ein besonderer Tag für mich: Der Abschluss eines Weges voller Lernen, Wachsen, Fragen, Hoffen. Dieser Gottesdienst war zugleich Prüfung und Feier – und er war für mich vor allem eins: Begegnung. Begegnung … Leben in Fülle – Eine Einladung zum Aufblühen weiterlesen