„Anderes Fleisch“ – Judas 1,7, Sodom und die Frage nach dem Unverfügbaren

Es gibt Bibelstellen, die so oft zitiert werden, dass man irgendwann vergisst, sie noch einmal wirklich zu lesen. Judas 1,7 gehört zu diesen Stellen. Häufig wird der Vers in Diskussionen über Homosexualität genannt – als scheinbar eindeutiger Beleg dafür, was die Bibel dazu sagt. Doch wenn man genauer hinsieht, begegnet man einem Text, der viel … Weiterlesen „Anderes Fleisch“ – Judas 1,7, Sodom und die Frage nach dem Unverfügbaren

Warum wir die Pride noch brauchen

Brauchen wir die Pride heute noch? - Diese Frage wird regelmässig gestellt. Schliesslich hat sich rechtlich vieles verbessert. Nach der Zürich Pride habe ich die Antwort nicht auf der Strasse gefunden, sondern in den Kommentarspalten. Zwischen Beschimpfungen, theologischen Debatten und der Frage, wer eigentlich dazugehören darf, wurde mir erneut bewusst, warum Sichtbarkeit weiterhin notwendig ist … Weiterlesen Warum wir die Pride noch brauchen

Warum lest ihr eigentlich meine Post?

Ich habe gerade meine Predigt für morgen fertig geschrieben. Über einen Evangeliumstext aus Matthäus – ja, diesmal hat die Perikopenordnung genau meinen Geschmack getroffen. Denn wenn ich ehrlich bin: Mit den Evangelien kann ich meist mehr anfangen als mit den Briefen des Paulus. Und doch frage ich mich in letzter Zeit immer öfter, ob ich … Weiterlesen Warum lest ihr eigentlich meine Post?

Wunderbar gemacht — Transsein, Detransition und die Instrumentalisierung von Schmerz

Dieser Text ist aus einer Irritation heraus entstanden — und aus dem Versuch, sie nicht vorschnell aufzulösen. Es geht um die öffentliche Debatte rund um Detransition, um trans Lebensrealitäten und um die Frage, wie persönliche Geschichten politisch gelesen und verwendet werden. Ausgangspunkt ist dabei auch die mediale und öffentliche Präsenz von Chris Brönnimann und die … Weiterlesen Wunderbar gemacht — Transsein, Detransition und die Instrumentalisierung von Schmerz

IDAHOBIT – und was „Lebenswandel“ bedeutet

Manchmal sind es leise Momente nach einem Gottesdienst, die länger nachklingen als jede Predigt. Dieser IDAHOBIT war so ein Moment. Und vielleicht beginnt Veränderung genau dort, wo wir bereit sind, manche Bilder loszulassen – und den Menschen wieder als Menschen zu sehen. Gottesdiensttausch.Ein Paar war im Gottesdienst, das sonst meine Gottesdienste eher meidet. Auch dieses … Weiterlesen IDAHOBIT – und was „Lebenswandel“ bedeutet

Über eine Kirche, die tanzt – und über das, was das auslöst

Eine Kirche wird zur Partylocation. Queere Menschen tanzen, feiern, küssen sich. Ein Pfarrer steht mitten darin – sichtbar, queer, im Talar. Was für die einen ein Bild von Offenheit und einem erweiterten Kirchenverständnis ist, wird für andere zur Zumutung, zur Provokation, zum Anlass für Wut und Abgrenzung. Die Reaktionen im Netz sind heftig. Zwischen berechtigter … Weiterlesen Über eine Kirche, die tanzt – und über das, was das auslöst

Red Dress Day – Erinnerung, die nicht abgeschlossen ist

Red Dress Day ist kein Tag, der sich leicht konsumieren lässt.Er ist Erinnerung, die stört. Rote Kleider hängen leer in der Landschaft, dort, wo eigentlich Leben sein sollte. Sie markieren Abwesenheit – nicht abstrakt, sondern konkret: Menschen, Beziehungen, Geschichten, die gewaltsam unterbrochen wurden und deren Fehlen bis heute nicht abgeschlossen ist. Dieser Text beginnt beim … Weiterlesen Red Dress Day – Erinnerung, die nicht abgeschlossen ist

Vom Weinstock und den Reben: Predigt an der Regenbogenfeier in der OKE

Gebet vor der Evangeliumslesung Gepriesen bist du, Ewiger,Quelle des Lebens und der Wahrheit.Du sprichst – und dein Wort öffnet Wege.Du rufst – und wir werden lebendig. Öffne unser Herz für dein Wort,lass es in uns Wurzeln schlagen,uns nähren, verwandeln, tragen. Wo wir verschlossen sind – weite uns.Wo wir verletzt sind – berühre uns.Wo wir uns … Weiterlesen Vom Weinstock und den Reben: Predigt an der Regenbogenfeier in der OKE

Zeit fühlen – oder Zeit bauen? Liturgie, Autismus und eine andere Weise, im Gottesdienst Zeit zu gestalten

Dieser Text ist aus einer persönlichen Beobachtung entstanden, die sich über Jahre verdichtet hat: Ich habe kein ausgeprägtes Gefühl für vergehende Zeit. Ich kann oft nicht intuitiv sagen, wie lange etwas her ist oder wie lange etwas noch dauern wird. Zeit zeigt sich mir weniger als Fluss, sondern eher als Abfolge von Ereignissen und Strukturen. … Weiterlesen Zeit fühlen – oder Zeit bauen? Liturgie, Autismus und eine andere Weise, im Gottesdienst Zeit zu gestalten

Vom Rufen und vom Hören: Sonntagspredigt

Der Predigttext von heute stammt aus Johannes 10,11-18.27-30. Er spricht vom guten Hirten und von denen, die seine Stimme kennen. Vielleicht hören wir ihn heute einfach so: als ein Bild davon, dass wir angesprochen sind –und dass es Stimmen gibt, die Vertrauen wecken. „Meine Schafe hören auf meine Stimme.1“ Ein Satz, der einfach klingt – und … Weiterlesen Vom Rufen und vom Hören: Sonntagspredigt